Genetische Variante könnte Risiko für Herzkrankheiten senken
Eine seltene genetische Variante könnte das Risiko eines Herzinfarkts senken, ohne die Infektionsgefahr zu erhöhen.
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Inhaltsverzeichnis
Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) sind ein ernstes Gesundheitsproblem, das Millionen von Menschen weltweit betrifft. Sie sind die Hauptursache für Tod und Krankheiten global. Ein wichtiger Faktor für die Entstehung von CVD ist eine Erkrankung namens Atherosklerose, die mit der Ansammlung von Plaque in den Arterien zu tun hat. Dieser Prozess wird durch Entzündungen beeinflusst, die die Reaktion des Körpers auf Verletzungen oder Infektionen sind.
Neueste Studien zeigen, dass die Reduzierung von Entzündungen helfen könnte, das Risiko von Herzproblemen zu senken. Eine solche Studie testete ein Medikament namens Canakinumab, das ein spezifisches entzündliches Protein (IL-1β) angreift und gezeigt hat, dass es das Risiko von Herzproblemen bei Menschen senkt, die kürzlich einen Herzinfarkt hatten. Eine weitere Studie mit Colchicin, einem Medikament, das für seine entzündungshemmenden Wirkungen bekannt ist, zeigte ebenfalls vielversprechende Ergebnisse bei der Reduzierung von herzbezogenen Ereignissen bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit.
Entzündung bei Herzkrankheiten
Die Rolle derEntzündungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Plaque-Akkumulation in den Arterien. Die Behandlung von Entzündungen muss jedoch sorgfältig erfolgen, da sie die Fähigkeit des Körpers, Infektionen zu bekämpfen, beeinträchtigen kann. Sowohl Canakinumab als auch Colchicin wurden mit ernsthaften Nebenwirkungen, einschliesslich schwerer Infektionen, in Verbindung gebracht, was die Notwendigkeit sicherer und effektiver Behandlungen unterstreicht.
Wissenschaftler haben sich hauptsächlich auf das Inflammasom konzentriert, ein Komplex, der Entzündungen auslöst. Dennoch wächst das Interesse an anderen entzündlichen Proteinen wie CCL2, die möglicherweise neue Behandlungsoptionen für Herzkrankheiten bieten könnten.
Was ist CCL2?
CCL2 ist ein wichtiges Protein, das hilft, die Bewegung von Immunzellen (Monozyten) im Körper zu regulieren. Neueste Forschungen deuten darauf hin, dass die gezielte Behandlung von CCL2 und seinem Rezeptor, CCR2, das Risiko von Atherosklerose senken könnte. Erste Studien an Tieren legen nahe, dass das Blockieren von CCL2 möglicherweise die Plaque-Akkumulation in den Arterien verringern könnte.
Es gibt jedoch nur begrenzte Forschungen dazu, wie dieser Ansatz bei Menschen funktionieren könnte. Einige genetische Studien haben gezeigt, dass höhere CCL2-Spiegel mit einem höheren Risiko für Herzprobleme und Schlaganfälle verbunden sind.
Forschung zu Genvarianten
Um die Rolle von CCR2 bei Herzkrankheiten besser zu verstehen, untersuchten Forscher Daten aus einer grossen britischen Studie mit fast 455.000 Teilnehmern. Sie wollten herausfinden, ob bestimmte seltene genetische Variationen im CCR2-Gen mit dem Risiko von Herzkrankheiten und anderen verwandten Faktoren verbunden waren.
Unter diesen Teilnehmern wurde eine spezifische Variante namens M249K identifiziert. Diese Variante tritt nur bei einem kleinen Prozentsatz von Personen auf und hat einen Zusammenhang mit niedrigeren Monozytenwerten, die weisse Blutkörperchen sind, die an Entzündungen beteiligt sind.
Ergebnisse aus der UK Biobank
Die Forscher stellten fest, dass diese M249K-Variante eine Häufigkeit von 0,15 % bei Teilnehmern europäischer Abstammung hatte. Als sie die Auswirkungen dieser Variante weiter untersuchten, entdeckten sie, dass Personen mit M249K ein geringeres Risiko für Herzinfarkte und andere herzbezogene Erkrankungen hatten. Genauer gesagt hatten Träger ein um 34 % geringeres Risiko für Herzinfarkte und ein um 26 % geringeres Risiko für koronare Herzkrankheit im Vergleich zu Personen ohne die Variante.
Die Studie zeigte auch, dass trotz der schützenden Vorteile der M249K-Variante keine signifikanten Unterschiede in traditionellen Risikofaktoren für Herzkrankheiten, wie Cholesterinwerte oder Blutdruck, festgestellt wurden. Das deutet darauf hin, dass die schützenden Effekte der Variante unabhängig von diesen gängigen Risikofaktoren wirken könnten.
Experimentelle Validierung der M249K-Varianten
Um sicherzustellen, dass die Ergebnisse zuverlässig sind, führten Wissenschaftler Labortests durch, um zu sehen, wie die M249K-Variante das Verhalten der Monozyten beeinflusste. Sie fanden heraus, dass Zellen mit dieser Variante weniger effektiv auf CCL2 reagierten, was darauf hindeutet, dass die Variante Einfluss darauf haben könnte, wie Immunzellen sich im Körper bewegen.
Weitere Tests zeigten, dass die M249K-Variante zu niedrigeren Werten eines Signalmoleküls (cAMP) als Reaktion auf CCL2 führte, was die Idee unterstützt, dass die Variante die Immunantwort verändert.
Erforschung breiterer Auswirkungen
Die Forscher wollten auch herausfinden, ob die schützenden Effekte von M249K auf andere Herzkrankheitsbedingungen zutreffen. Mithilfe von Daten aus mehreren Studien untersuchten sie, wie diese Variante die allgemeine Gesundheit und mögliche Nebenwirkungen beeinflusste. Interessanterweise gab es keine Anzeichen dafür, dass M249K mit einem höheren Risiko für Infektionen oder Todesfälle während der Nachbeobachtungszeit verbunden war.
Die Studien deuten darauf hin, dass die gezielte Behandlung des CCR2-Weges mit Medikamenten ein vielversprechender Ansatz zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein könnte. Die Forscher betonen die Wichtigkeit weiterer klinischer Studien, um diese Ergebnisse in realen Umgebungen zu validieren.
Auswirkungen auf zukünftige Behandlungen
Die Ergebnisse dieser Forschung eröffnen die Möglichkeit, dass Therapien, die auf CCR2 abzielen, einen neuen Ansatz zur Behandlung oder Prävention von Herzkrankheiten bieten könnten. Anders als traditionelle Behandlungen, die sich auf die Senkung von Cholesterin oder Blutdruck konzentrieren, könnte die gezielte Behandlung von CCR2 die Entzündung direkt angehen.
Da die Teilnehmer mit der M249K-Variante kein höheres Risiko für Infektionen aufwiesen – was oft ein Problem bei entzündungshemmenden Behandlungen ist – gibt es eine Grundlage, CCR2-zielgerichtete Therapien in klinischen Settings in Betracht zu ziehen.
Fazit
Zusammenfassend bietet diese Forschung wertvolle Einblicke in die Rolle genetischer Varianten bei Herzkrankheiten und Entzündungen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die seltene M249K-Variante im CCR2-Gen mit einem geringeren Risiko für Herzinfarkte und koronare Herzkrankheit verbunden ist, ohne Bedenken hinsichtlich erhöhter Infektionen zu wecken.
Diese Ergebnisse betonen das Potenzial von CCR2 als therapeutisches Ziel bei der Behandlung von Atherosklerose. Zukünftig sind weitere Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und zu erkunden, wie potenzielle neue Behandlungen sicher und effektiv für gefährdete Personen umgesetzt werden könnten.
Der Weg von der Genetik zu potenziellen Therapien verdeutlicht die Komplexität von Herzkrankheiten und die Bedeutung des Verständnisses der zugrunde liegenden Mechanismen, die diese Erkrankungen antreiben. Weitere Forschung könnte den Weg für innovative Behandlungen ebnen, die einen echten Unterschied für die Herz-Kreislauf-Gesundheit weltweit machen.
Titel: Rare damaging CCR2 variants are associated with lower lifetime cardiovascular risk
Zusammenfassung: BackgroundPrevious work has shown a role of CCL2, a key chemokine governing monocyte trafficking, in atherosclerosis. However, it remains unknown whether targeting CCR2, the cognate receptor of CCL2, provides protection against human atherosclerotic cardiovascular disease. MethodsComputationally predicted damaging or loss-of-function (REVEL>0.5) variants within CCR2 were detected in whole-exome-sequencing data from 454,775 UK Biobank participants and tested for association with cardiovascular endpoints in gene-burden tests. Given the key role of CCR2 in monocyte mobilization, variants associated with lower monocyte count were prioritized for experimental validation. The response to CCL2 of human cells transfected with these variants was tested in migration and cAMP assays. Validated damaging variants were tested for association with cardiovascular endpoints, atherosclerosis burden, and vascular risk factors. Significant associations were replicated in six independent datasets (n=1,062,595). ResultsCarriers of 45 predicted damaging or loss-of-function CCR2 variants (n=787 individuals) were at lower risk of myocardial infarction and coronary artery disease. One of these variants (M249K, n=585, 0.15% of European ancestry individuals) was associated with lower monocyte count and with both decreased downstream signaling and chemoattraction in response to CCL2. While M249K showed no association with conventional vascular risk factors, it was consistently associated with a lower risk of myocardial infarction (Odds Ratio [OR]: 0.66 95% Confidence Interval [CI]: 0.54-0.81, p=6.1x10-5) and coronary artery disease (OR: 0.74 95%CI: 0.63-0.87, p=2.9x10-4) in the UK Biobank and in six replication cohorts. In a phenome-wide association study, there was no evidence of a higher risk of infections among M249K carriers. ConclusionsCarriers of an experimentally confirmed damaging CCR2 variant are at a lower lifetime risk of myocardial infarction and coronary artery disease without carrying a higher risk of infections. Our findings provide genetic support for the translational potential of CCR2-targeting as an atheroprotective approach.
Autoren: Marios K Georgakis, R. Malik, O. El Bounkari, N. R. Hasbani, J. Li, J. E. Huffman, G. Shakt, R. W. Tack, T. N. Kimball, Y. Asare, A. Morrison, N. L. Tsao, R. Judy, B. D. Mitchell, H. Xu, M. E. Montasser, R. Do, E. Kenny, R. J. F. Loos, J. G. Terry, J. J. Carr, J. C. Bis, B. M. Psaty, W. T. Longstreth, K. Young, S. M. Lutz, M. Cho, J. Broome, A. T. Khan, F. F. Wang, N. Heard-Costa, S. Seshadri, V. Ramachandran, N. D. Palmer, B. I. Freedman, D. W. Bowden, L. R. Yanek, B. G. Kral, L. C. Becker, P. A. Peyser, L. F. Bielak, F. Ammous, A. P. Carson, M. E Hall
Letzte Aktualisierung: 2024-06-26 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2023.08.14.23294063
Quell-PDF: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2023.08.14.23294063.full.pdf
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