Zusammenhang zwischen Major Depression und Immunsystem
Forschung zeigt, wie das Immunsystem die major depressive Störung beeinflussen kann.
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Inhaltsverzeichnis
Major Depression (MDD) ist ein ernstes psychisches Gesundheitsproblem, das Millionen von Menschen weltweit betrifft. Neuere Forschungen zeigen, dass es nicht nur ein Problem im Gehirn ist, sondern auch mit dem Immunsystem zusammenhängt. Diese Verbindung bedeutet, dass es Veränderungen in der Funktionsweise des Immunsystems bei Menschen mit MDD gibt, die zu den Symptomen beitragen könnten.
Was ist MDD?
MDD ist eine Form von Depression, die dauerhafte Gefühle von Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Interesselosigkeit an Aktivitäten verursachen kann, die früher Freude bereitet haben. Es kann das tägliche Leben beeinflussen, einschliesslich Arbeit, Beziehungen und allgemeiner Gesundheit. Die Symptome können von Person zu Person variieren, beinhalten aber oft Müdigkeit, Schlafprobleme, Appetitveränderungen und Konzentrationsschwierigkeiten.
Die Rolle des Immunsystems
Das Immunsystem ist die Abwehr des Körpers gegen Infektionen und Krankheiten. Es besteht aus vielen Zellen und Signalen, die zusammenarbeiten, um uns zu schützen. Einige Studien deuten darauf hin, dass bei Menschen mit MDD Anzeichen von Entzündungen vorliegen, was bedeutet, dass Teile des Immunsystems mehr aktiviert werden als gewöhnlich. Diese Entzündung kann zu erhöhten Spiegeln bestimmter Proteine und Chemikalien im Körper führen, die das Gehirn schädigen und die Symptome der Depression verschlimmern können.
Entzündungsmarker bei MDD
Forscher haben herausgefunden, dass Menschen mit MDD häufig höhere Werte bestimmter Substanzen, die als proinflammatorische Zytokine bekannt sind, zeigen. Das sind Proteine, die bei Immunreaktionen helfen, aber auch schädlich sein können, wenn sie im Übermass vorhanden sind. Dazu gehören unter anderem Interleukin-1, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-alpha. Hohe Werte dieser Marker deuten darauf hin, dass das Immunsystem bei depressiven Menschen aktiv bleibt.
Immunantworten
Wenn das Immunsystem aktiviert wird, kann das zu einem Zustand chronischer Entzündung führen. Das bedeutet, dass das Immunsystem anstatt auf normale Werte zurückzukehren, auf hoher Alarmbereitschaft bleibt. Bei MDD kann diese chronische Entzündung zu Schäden in Gehirnzellen führen, insbesondere bei Neuronen und Gliazellen. Neuronen sind verantwortlich für die Übertragung von Signalen, während Gliazellen diese Neuronen unterstützen und schützen.
Das Gleichgewicht der Immunantworten
Neben den proinflammatorischen Reaktionen gibt es auch regulatorische Komponenten im Immunsystem, die helfen, das Gleichgewicht zu halten. Diese regulatorischen Zellen arbeiten daran, übermässige Entzündungen zu verhindern. Bei MDD scheint es, dass diese regulatorischen Zellen, wie z.B. T-regulatorische Zellen, nicht richtig funktionieren, was zu einem Ungleichgewicht führt, das zu Symptomen beitragen kann.
Rolle der Cannabinoid-Rezeptoren
Cannabinoid-Rezeptoren wie CB1 und CB2 finden sich sowohl im Gehirn als auch im Immunsystem. Diese Rezeptoren spielen eine Rolle dabei, wie der Körper auf Entzündungen reagiert. Wenn sie aktiviert werden, können sie Entzündungen reduzieren und die Heilung fördern. Bei Menschen mit MDD könnten die Werte dieser Rezeptoren verändert sein, was ihre Fähigkeit beeinträchtigen könnte, Immunantworten effektiv zu regulieren.
Cannabidiol (CBD) und Depressionen
Cannabidiol (CBD) ist eine Verbindung, die in Hanfpflanzen vorkommt und auf ihre potenziellen therapeutischen Wirkungen bei verschiedenen Erkrankungen, einschliesslich Depressionen, untersucht wurde. Einige Ergebnisse deuten darauf hin, dass CBD helfen könnte, Angst zu reduzieren und die Stimmung zu verbessern. Die Beweise sind jedoch gemischt, und nicht alle Studien zeigen positive Effekte.
Studienübersicht
Um die Verbindung zwischen MDD und dem Immunsystem besser zu verstehen, wurde eine Studie mit ambulanten Patienten durchgeführt, die mit MDD diagnostiziert wurden, sowie mit gesunden Kontrollen. Die Teilnehmer wurden anhand spezifischer Einschlusskriterien ausgewählt, und es wurden Blutproben entnommen, um verschiedene Immunmarker und Zelltypen zu analysieren.
Forschungsmethoden
Die Teilnehmer durchliefen gründliche Interviews, um demographische und klinische Daten zu sammeln. Verschiedene Skalen wurden verwendet, um die Schwere der Depression und Angst zu bewerten. Blutproben wurden entnommen, um Immunzellpopulationen und das Vorhandensein von Entzündungsmarkern zu analysieren. Diese Proben wurden getrennt, im Labor stimuliert und dann auf Veränderungen in den Immunzelltypen und deren Aktivität nach der Stimulation untersucht.
Wichtige Ergebnisse
Die Studie fand bemerkenswerte Unterschiede in den Immunprofilen zwischen Personen mit MDD und gesunden Kontrollen. Zum Beispiel schienen bestimmte Immunzellen wie B-Zellen und T-Zellen bei denen mit MDD aktiver zu sein. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Immunreaktion bei Menschen mit Depression erhöht ist, was auf eine mögliche Verbindung zwischen Immunaktivität und Stimmungserkrankungen hinweist.
Immunzelltypen
Ein Schwerpunkt der Studie lag auf spezifischen Immunzelltypen, einschliesslich CD4- und CD8-T-Zellen, und ihren jeweiligen Werten an Cannabinoid-Rezeptoren. Die Ergebnisse zeigten Unterschiede in der Präsenz dieser Zellen zwischen den Gruppen, wobei MDD-Patienten höhere Werte bestimmter Immunzellen aufwiesen, die zur entzündlichen Situation beitragen könnten.
Die Auswirkungen von CBD
Die Studie untersuchte auch die Auswirkungen verschiedener Konzentrationen von CBD auf die Immunzellreaktionen. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass niedrigere Dosen von CBD keine signifikanten Auswirkungen auf die Immunaktivitäten hatten, während höhere Konzentrationen zu einer erhöhten Aktivität bestimmter Immunzelltypen führten, was die Komplexität der Rolle von CBD im Immunsystem hervorhebt.
Auswirkungen auf die Behandlung
Das Verständnis der Beziehung zwischen MDD und dem Immunsystem könnte neue Behandlungsansätze ermöglichen. Zum Beispiel könnte das Anvisieren von Immunreaktionen oder das Verstärken der Aktivität von Cannabinoid-Rezeptoren neue Wege zur Behandlung von Depressionen bieten. Diese Forschung unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen darüber, wie das Immunsystem und die psychische Gesundheit miteinander verbunden sind und wie diese Beziehung Behandlungsstrategien informieren kann.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Major Depressive Disorder eng mit Veränderungen im Immunsystem verbunden ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass erhöhte Entzündungen und veränderte Immunreaktionen zur Erfahrung von Depressionen beitragen können. Das Verständnis dieser Verbindung eröffnet Möglichkeiten für neue Behandlungen, die das Immunsystem anvisieren, einschliesslich der Verwendung von Cannabinoiden. Fortgesetzte Forschung in diesem Bereich ist entscheidend, um die Komplexität von MDD und ihren zugrunde liegenden biologischen Mechanismen vollständig zu entschlüsseln.
Titel: Role of T and B lymphocyte cannabinoid type 1 and 2 receptors in major depression and suicidal behaviors: effects of in vitro cannabidiol administration.
Zusammenfassung: Early flow cytometry studies revealed T cell activation in major depressive disorder (MDD) (Maes et al., 1990-1993). MDD is characterised by activation of the immune-inflammatory response system (IRS) and the compensatory immunoregulatory system (CIRS), including deficits in T regulatory (Treg) cells. This study examines the number of cannabinoid type 1 (CB1) and type 2 (CB2) receptor bearing T/B lymphocytes in MDD, and the effects of in vitro cannabidiol (CBD) administration on CB1/CB2. Using flow cytometry, we determined the percentage of CD20+CB2+, CD3+CB2+, CD4+CB2+, CD8+CB2 and FoxP3+CB1+ cells in 19 healthy controls and 29 MDD patients in 5 conditions: baseline, stimulation with anti-CD3/CD28 with or without 0.1 {micro}g/mL, 1.0 {micro}g/mL or 10.0 {micro}g/mL CBD. We found that CB2+ was significantly higher in CD20+ than CD3+ and CD4+, and CD8+ cells. Stimulation with anti-CD3/CD8 beads increases the number of CB2-bearing CD3+, CD4+, and CD8+ cells, as well as CB1-bearing FoxP3+ cells. There was an inverse association between the number of reduced CD4+CB2+ and IRS profiles, including M1 macrophage, T helper-(Th)-1 and Th-17 phenotypes. MDD is characterized by lowered basal FoxP3+CB1+% and higher CD20+CB2+%. 33.2% of the variance in the depression phenome (including severity of depression, anxiety, and current suicidal behaviors) is explained by CD20+CB2+% (positively) and CD3+CB2+% (inversely). All 5 immune cell populations were significantly increased by 10 {micro}g/mL CBD administration. In conclusion, reductions in FoxP3+CB1+% and CD3+/CD4+CB2+% contribute to deficits in immune homeostasis in MDD, while increased CD20+CB2+% may contribute to the pathophysiology of MDD by activating T-independent humoral immunity. SummationsO_LILowered CD4+CB2+ T cells are associated with increased immune-inflammatory responses (IRS) in major depressive disorder (MDD) C_LIO_LILowered CD3+CB2+% and increased CD20+CB2+% predict severity of depression and suicidal behaviors C_LIO_LILowered CD3/CD4+CB2+ may impact the immune homeostatic processes leading to enhanced IRS in MDD C_LIO_LIIncreased CD20+CB2+% may activate T-independent humoral immunity and enhance IRS responses. C_LI ConsiderationsO_LIDepletion of CB1 bearing T regulatory and CB2 bearing T and T helper cells and increased CB2+ bearing B cells are new drug targets in MDD. C_LIO_LIThe findings deserve replication in other countries and cultures. C_LIO_LIFuture research should examine CB2 bearing macrophages, dendritic cells, and natural killer cells in MDD C_LI
Autoren: Michael Maes, M. Rachayon, K. Jirakran, A. Sughondhabirom, A. F. Almulla, P. Sodsai
Letzte Aktualisierung: 2023-04-25 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2023.04.19.23288847
Quell-PDF: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2023.04.19.23288847.full.pdf
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