Neue Erkenntnisse zum motorischen Kortex bei Parkinson
Forschung zeigt Veränderungen im motorischen Kortex, die mit Alpha-Synuclein bei Parkinson in Verbindung stehen.
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Inhaltsverzeichnis
Parkinson-Krankheit (PK) ist ne ernsthafte Gehirnstörung, die die Bewegung beeinträchtigt. Ein wichtiges Merkmal dieser Erkrankung ist der Verlust bestimmter Nervenzellen in einem Bereich des Gehirns, der Substantia nigra heisst. Das führt dazu, dass ein chemisches Mittel namens Dopamin abnimmt, das wichtig für die Kontrolle von Bewegungen ist. Wenn der Dopaminspiegel sinkt, wirkt sich das auf die Kommunikation zwischen verschiedenen Teilen des Gehirns aus, besonders auf die, die motorische Funktionen steuern.
Traditionelle Vorstellungen darüber, wie Parkinson funktioniert, legen nahe, dass sich die Art und Weise, wie die Basalganglien andere Teile des Gehirns, wie den Thalamus, beeinflussen, ändert, was das Bewegen schwieriger macht. Diese Veränderung führt zu dem, was als hypokinetische Symptome bekannt ist, bei denen sich die Leute träge fühlen und Probleme mit der Bewegung haben. Neuere Studien zeigen jedoch, dass auch der Motorcortex – der Bereich des Gehirns, der für die Planung und Kontrolle von Bewegungen zuständig ist – eigene Probleme bei Menschen mit Parkinson hat. Diese Probleme könnten mit Veränderungen in den Nervenzellen in diesem Bereich verbunden sein.
Verstehen des Motorcortex bei Parkinson
In gesunden Gehirnen kann der Motorcortex effektiv mit anderen Gehirnregionen kommunizieren, einschliesslich der Basalganglien. In Tiermodellen von Parkinson haben Forscher jedoch Störungen in der Funktionsweise des Motorcortex gefunden. Neueste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Nervenzellen im Motorcortex Veränderungen in ihrer Struktur und Funktion zeigen, wenn sich ein Protein namens Alpha-Synuclein ansammelt, das oft mit der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht wird.
Als die Forscher sich Nervenzellen von Mäusen mit Parkinson genauer ansahen, fanden sie nicht nur Veränderungen in dem Aussehen dieser Zellen, sondern auch in ihrem Verhalten. Diese Veränderungen umfassen Veränderungen in den Verbindungen zwischen Nervenzellen und eine Abnahme der Anzahl bestimmter Arten von Nervenendigungen, die wichtig für die Kommunikation zwischen den Zellen sind. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Probleme im Motorcortex eine bedeutende Rolle bei den motorischen Schwierigkeiten spielen könnten, die bei Parkinson auftreten.
Hintergrund der Forschung
Die meisten Studien, die am Motorcortex durchgeführt wurden, verwendeten Modelle, die mit einem Mangel an Dopamin arbeiten, was normalerweise nicht zu einer Ansammlung von Alpha-Synuclein führt. Postmortale Untersuchungen von Gehirnen von Personen mit Parkinson zeigen jedoch, dass in den motorischen Bereichen des Gehirns ein gewisses Niveau dieses Proteins vorhanden ist. Das deutet darauf hin, dass die Anwesenheit von Alpha-Synuclein im Motorcortex zu Schwierigkeiten bei Bewegung und Kognition beitragen könnte.
Um diese Verbindung weiter zu erkunden, beinhaltete die neueste Forschung die Injektion von vorgeformten Alpha-Synuclein-Fibrillen (PFFs) in bestimmte Bereiche des Gehirns von Mäusen. Diese Methode sollte die Ansammlung von Alpha-Synuclein hervorrufen und dessen Auswirkungen auf das Nervensystem beobachten. Die Ergebnisse zeigten, dass die Anwesenheit von Alpha-Synuclein in bestimmten Motorcortex-Neuronen zu einer erhöhten Erregbarkeit dieser Zellen und Veränderungen in ihrer Struktur führte.
Materialien und Methoden
Die in dieser Studie verwendeten Mäuse waren junge erwachsene Männchen einer bestimmten Linie. Sie wurden in einer kontrollierten Umgebung gehalten und hatten freien Zugang zu Nahrung und Wasser. Die Forscher hielten sich an strenge Richtlinien für die Tierpflege.
Die Forscher produzierten und reinigten das Maus-Alpha-Synuclein-Protein unter kontrollierten Laborbedingungen. Dieses Protein wurde dann verwendet, um die PFFs zu erstellen, die in die Gehirne der Mäuse injiziert wurden, um das Krankheitsmodell zu induzieren. Nach den Injektionen wurden verschiedene chirurgische Eingriffe im Gehirn und Rückenmark durchgeführt, um zu studieren, wie die Neuronen reagierten.
Gehirnschnitte wurden für eine detaillierte Untersuchung vorbereitet, sodass die Forscher die elektrische Aktivität der Neuronen beobachten konnten. Die Schnitte wurden mit verschiedenen Lösungen behandelt, um sie für die Studie lebensfähig zu halten.
Beobachtungen und Ergebnisse
Die Forscher fanden eine signifikante Präsenz von phosphoryliertem Alpha-Synuclein in den primären und sekundären Motorcortexen der Mäuse, die PFF-Injektionen erhielten. Die Werte waren im sekundären Motorcortex höher als im primären, wobei bestimmte Schichten mehr Anhäufung zeigten als andere. Die Studie zeigte, dass bestimmte Arten von Neuronen im sekundären Motorcortex viel stärker von der Anwesenheit von Alpha-Synuclein betroffen waren als andere.
Die Studie untersuchte auch, wie sich die Motorcortex-Neuronen elektrisch verhielten. Neuronen mit mehr Alpha-Synuclein zeigten eine erhöhte Erregbarkeit – sie waren wahrscheinlicher, mehr Aktionspotentiale als Reaktion auf Stimulation auszulösen als solche ohne dieses Protein. Diese Veränderungen deuten darauf hin, dass die Anwesenheit von Alpha-Synuclein die Neuronen im Motorcortex aktiver machen kann.
Ausserdem bemerkten die Forscher physische Veränderungen in den Neuronen, die Alpha-Synuclein enthielten. Dazu gehörten eine reduzierte Verzweigung ihrer Dendriten – den Teilen von Neuronen, die Signale von anderen Zellen empfangen – und ein Verlust kleiner Vorsprünge namens Spines, die wichtig sind, um Verbindungen mit anderen Neuronen herzustellen. Solche Veränderungen können beeinflussen, wie Signale im Gehirn übertragen werden.
Auswirkungen von Alpha-Synuclein auf Neuronen
Nicht alle Neuronen im Motorcortex reagierten gleich auf die Ansammlung von Alpha-Synuclein. Während einige Neuronen Hyperaktivität zeigten, zeigten andere keine Verhaltensänderungen. Die Forscher fanden heraus, dass die Verbindungsstärke der Eingänge vom Thalamus zum Motorcortex durch die Anwesenheit von Alpha-Synuclein nicht verändert wurde, was darauf hindeutet, dass die Art und Weise, wie diese Verbindungen funktionieren, intakt blieb, auch wenn einige Teile der Neuronen beschädigt waren.
Die Ergebnisse der Studie deuteten auch darauf hin, dass die Neuronen im Motorcortex unterschiedlich auf Alpha-Synuclein reagieren könnten oder nicht. Das deutet auf einen nuancierten Einfluss des Proteins auf die Gehirnfunktion hin und lässt vermuten, dass es die Aktivität in einigen Zellen steigern kann, während es andere nicht beeinflusst.
Auswirkungen auf kortikale Mikrokreisläufe
Die Forschung untersuchte auch, wie die Veränderungen im Motorcortex die motorischen Funktionen beeinflussen könnten. Mit der Zunahme der Erregbarkeit bestimmter Neuronen könnte sich die Gesamtproduktion des Motorcortex ändern. Wenn Alpha-Synuclein sich ansammelt, könnte die Fähigkeit des Motorcortex, effektiv mit anderen Gehirnregionen zu kommunizieren, beeinträchtigt sein, was zu den Bewegungsproblemen bei Parkinson beitragen könnte.
Trotz Anzeichen einer erhöhten Erregbarkeit bei einigen Neuronen fanden die Forscher heraus, dass die Gesamtproduktion an das Striatum – ein wichtiges Gebiet, das an Bewegung beteiligt ist – nicht erhöht war. Das deutet darauf hin, dass, obwohl einige Neuronen aktiver sind, der Nettoeffekt auf die motorische Kontrolle nicht einfach ist und möglicherweise zu Störungen der motorischen Funktionen führen könnte.
Die Studie zeigte an, dass die strukturellen Veränderungen in den Neuronen, wie z.B. reduzierte dendritische Spines, nicht unbedingt mit einem Rückgang der Kommunikation zwischen den Gehirnbereichen übereinstimmen. Vielmehr könnte es implizieren, dass das Gleichgewicht von Erregung und Hemmung innerhalb der motorischen Schaltkreise verändert ist.
Auswirkungen der Ergebnisse
Die Ergebnisse dieser Studie bieten neue Einblicke darüber, wie Parkinson die motorische Kontrolle stören könnte. Die Veränderungen im Motorcortex deuten darauf hin, dass er nicht nur als Relais für Signale aus den Basalganglien fungiert, sondern auch eigene Probleme hat, die die motorischen Symptome verschlimmern könnten. Diese Entdeckungen könnten Auswirkungen darauf haben, wie Behandlungen für Parkinson und andere Bewegungsstörungen entwickelt werden.
Das Verständnis der Rolle von Alpha-Synuclein im Motorcortex könnte zu gezielten Therapien führen, die nicht nur den Verlust von Dopamin angehen, sondern auch die spezifischen Veränderungen, die in den Neuronen des Motorcortex auftreten. Dieser doppelte Ansatz könnte entscheidend für das Management der Symptome und des Fortschreitens der Parkinson-Krankheit sein.
Fazit
Die Parkinson-Krankheit ist eine komplexe Erkrankung, die mehrere Regionen des Gehirns betrifft, nicht nur die, die an der Dopaminproduktion beteiligt sind. Der Motorcortex zeigt insbesondere signifikante Veränderungen aufgrund der Ansammlung von Alpha-Synuclein, was die Aktivität einiger Neuronen erhöht, während es bei anderen zu strukturellen Schäden führt. Das deutet darauf hin, dass eine effektive Behandlung von Parkinson sowohl den Verlust von Dopamin als auch die intrinsischen Probleme, die im Motorcortex auftreten, berücksichtigen muss.
Durch die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen der Ansammlung von Alpha-Synuclein und der Neuronalen Funktion im Motorcortex können Forscher die breiteren Auswirkungen der Parkinson-Krankheit besser verstehen und umfassendere therapeutische Strategien entwickeln. Zukünftige Forschung ist nötig, um diese Beziehungen weiter zu erkunden und herauszufinden, wie man die Auswirkungen dieser verheerenden Erkrankung am besten mindern kann.
Titel: Motor Cortical Neuronal Hyperexcitability Associated with α-Synuclein Aggregation
Zusammenfassung: Dysfunction of the cerebral cortex is thought to underlie motor and cognitive impairments in Parkinson disease (PD). While cortical function is known to be suppressed by abnormal basal ganglia output following dopaminergic degeneration, it remains to be determined how the deposition of Lewy pathology disrupts cortical circuit integrity and function. Moreover, it is also unknown whether cortical Lewy pathology and midbrain dopaminergic degeneration interact to disrupt cortical function in late-stage. To begin to address these questions, we injected -synuclein (Syn) preformed fibrils (PFFs) into the dorsolateral striatum of mice to seed Syn pathology in the cortical cortex and induce degeneration of midbrain dopaminergic neurons. Using this model system, we reported that Syn aggregates accumulate in the motor cortex in a layer- and cell-subtype-specific pattern. Particularly, intratelencephalic neurons (ITNs) showed earlier accumulation and greater extent of Syn aggregates relative to corticospinal neurons (CSNs). Moreover, we demonstrated that the intrinsic excitability and inputs resistance of Syn aggregates-bearing ITNs in the secondary motor cortex (M2) are increased, along with a noticeable shrinkage of cell bodies and loss of dendritic spines. Last, neither the intrinsic excitability of CSNs nor their thalamocortical input was altered by a partial striatal dopamine depletion associated with Syn pathology. Our results documented motor cortical neuronal hyperexcitability associated with Syn aggregation and provided a novel mechanistic understanding of cortical circuit dysfunction in PD.
Autoren: Hong-Yuan Chu, L. Chen, H. D. Chehade
Letzte Aktualisierung: 2024-08-14 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.07.24.604995
Quell-PDF: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.07.24.604995.full.pdf
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
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