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Visuelle Wahrnehmung und die Herausforderungen des Gehirns

Untersuchen, wie unser Gehirn visuelle Informationen bei Bewegung verarbeitet.

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Inhaltsverzeichnis

Die visuelle Wahrnehmung ist unsere Fähigkeit, das, was wir sehen, zu verstehen. Wenn wir uns die Welt anschauen, sammelt unser Gehirn Informationen von unseren Augen, wodurch wir Objekte, Bewegungen und Veränderungen in unserer Umgebung erkennen können. Aber dieser Prozess ist nicht so einfach, wie es scheint. Eine der grossen Herausforderungen für unser Gehirn ist es, zwischen Bewegungen, die wir selbst verursachen, und Bewegungen, die von externen Objekten ausgehen, zu unterscheiden.

Die Rolle des optischen Flusses

Ein wichtiges Konzept für das Verständnis der visuellen Wahrnehmung ist "Optischer Fluss". Das bezieht sich auf die Bewegungsmuster, die wir sehen, wenn wir oder Objekte um uns herum uns bewegen. Zum Beispiel, wenn wir nach vorne gehen, bewegen sich entfernte Objekte langsam über unser Sichtfeld, während nahe Objekte schnell vorbeihuschen. Unser Gehirn muss diese Signale entschlüsseln, um zu verstehen, was passiert. Die unterschiedlichen Bewegungsmuster geben wichtige Hinweise darauf, ob die Bewegung, die wir sehen, von unserer eigenen Bewegung oder von etwas anderem kommt, das sich in der Umgebung bewegt.

Die Bedeutung des Ignorierens irrelevanter Informationen

Damit unsere Sinne effizient arbeiten, ist es wichtig, Informationen herauszufiltern, die für unsere Aufgabe nicht relevant sind. In Bezug auf das Sehen bedeutet das, sich auf die wichtigen Details zu konzentrieren und Ablenkungen zu ignorieren. Diese Fähigkeit, Informationen zu priorisieren, ist entscheidend, wenn es darum geht, Veränderungen in unserem visuellen Input aufgrund unserer eigenen Bewegungen von solchen zu unterscheiden, die durch externe Faktoren verursacht werden.

Verständnis des sensorimotorischen Missmatches

Der Begriff "sensorimotorisches Missmatch" bezieht sich auf den Unterschied zwischen dem, was wir aufgrund unserer Bewegungen zu sehen erwarten, und dem, was wir tatsächlich beobachten. Wenn unser Gehirn eine bestimmte visuelle Eingabe basierend auf unseren motorischen Aktionen vorhersagt, aber unterschiedliche Informationen von unseren Augen erhält, entsteht ein Missmatch. Diese Situation kann Verwirrung stiften und zu Fehlern in der Wahrnehmung unserer Umgebung führen.

Forschung zu optischem Fluss und Missmatch

Forschungen haben gezeigt, dass Tiere, einschliesslich Menschen, dieses sensorische Missmatch erleben können. Zum Beispiel, wenn eine Maus auf einem Laufband läuft, muss ihr Gehirn zwischen der Bewegung, die sie selbst durch das Laufen verursacht, und der Bewegung von Objekten in ihrer Umgebung unterscheiden. Diese Unterscheidung ist nicht nur wichtig, um ihre Umgebung zu verstehen, sondern spielt auch eine Rolle dabei, wie sie auf unerwartete Ereignisse reagiert.

Die biologische Basis der visuellen Verarbeitung

Unser Gehirn hat spezielle Schaltkreise, um die Verarbeitung visueller Informationen zu bewältigen. Diese Schaltkreise sind verantwortlich dafür, sowohl Ergebnisse basierend auf unseren Aktionen vorherzusagen als auch die tatsächliche visuelle Eingabe zu interpretieren. Es wurden spezielle Neuronen beobachtet, die auf Vorhersagefehler reagieren – diese Unterschiede zwischen Erwartung und Realität. Solche Mechanismen ermöglichen es unseren Gehirnen, Wahrnehmungen in Echtzeit anzupassen und zu verfeinern.

Einführung in das predictive coding

Ein vielversprechendes Konzept in diesem Bereich nennt sich "predictive coding". Diese Theorie schlägt vor, dass unser Gehirn funktioniert, indem es Vorhersagen über eingehende sensorische Informationen bildet. Wenn es ein Missmatch zwischen der Vorhersage und der tatsächlichen Eingabe gibt, aktualisiert unser Gehirn seine Vorhersagen entsprechend.

Hierarchische Verarbeitung im predictive coding

Im predictive coding verarbeitet das Gehirn visuelle Informationen in Schichten oder Ebenen. Höhere Ebenen des Gehirns erstellen allgemeine Erwartungen darüber, was in der Umgebung passiert, was wiederum niedrigere Ebenen beeinflusst, die für die Verarbeitung spezifischer Details aus dem visuellen Input verantwortlich sind. Diese hierarchische Organisation ermöglicht eine effizientere Wahrnehmung, die schnelle Anpassungen und ein besseres Verständnis dynamischer Umgebungen ermöglicht.

Der Rahmen eines computergestützten Modells

Um besser zu verstehen, wie diese Prozesse im Gehirn ablaufen, haben Forscher computergestützte Modelle entwickelt. Diese Modelle simulieren, wie unsere Gehirne visuelle Informationen verarbeiten könnten, indem sie Aspekte wie Selbstbewegung, Bewegung externer Objekte und die resultierenden optischen Flussmuster einbeziehen.

Erstellung eines Mikroschaltkreises zur Missmatch-Erkennung

Ein Ansatz besteht darin, einen Mikroschaltkreis zu erstellen, der sensorimotorische Missmatches erkennen kann. Dieser Mikroschaltkreis ist so konzipiert, dass er die Art und Weise nachahmt, wie biologische Systeme visuelle Informationen verarbeiten, sodass Forscher untersuchen können, wie das Gehirn Unstimmigkeiten zwischen vorhergesagten und beobachteten Bewegungen lösen könnte.

Die Mechanismen der visuellen Verarbeitung

Der Mikroschaltkreis zur Missmatch-Erkennung funktioniert, indem er Bewegungssignale aus den motorischen Regionen des Gehirns mit den sensorischen Bereichen verknüpft, die mit dem Sehen beschäftigt sind. Diese Verbindung ermöglicht es dem Modell, den erwarteten optischen Fluss basierend auf motorischen Aktivitäten vorherzusagen und ihn mit der tatsächlich beobachteten Eingabe zu vergleichen. Wenn Unstimmigkeiten auftreten, kann das Modell sein Verständnis dessen, was passiert, anpassen.

Training des Modells

Um dieses Modell zu entwickeln, verwendeten Forscher Trainingsphasen, in denen der Schaltkreis lernte, die visuellen Konsequenzen von Bewegungen vorherzusagen. Zunächst wurden nur selbstverursachte Bewegungen ohne externe Ablenkungen simuliert. Danach wurden externe Objekte eingeführt, sodass das Modell lernen konnte, zwischen von sich selbst verursachten Bewegungen und solchen, die von den umgebenden Elementen ausgehen, zu unterscheiden.

Leistung und Segmentierung

Sobald das Modell trainiert war, konnte es effektiv externe Objekte vom Hintergrund basierend auf den gelernten Bewegungsmustern identifizieren und segmentieren. Dieser Prozess ist entscheidend für die visuelle Wahrnehmung, da er dem Gehirn hilft, sich auf wichtige Objekte zu konzentrieren und irrelevante Hintergrundinformationen zu ignorieren.

Bewertung der Segmentierungsgenauigkeit

Die Genauigkeit dieser Segmentierungsoperationen kann mit verschiedenen Methoden gemessen werden, wie zum Beispiel den Intersection-over-Union (IoU) Metriken, die die vorhergesagten Bereiche von Objekten mit den tatsächlichen Bereichen vergleichen. Diese Bewertung hilft den Forschern zu bestimmen, wie gut das Modell darin abschneidet, zwischen Objekten und ihrem Hintergrund zu unterscheiden.

Der Einfluss der Bewegungsgeschwindigkeit

Interessanterweise zeigte das Modell auch, wie unterschiedliche relative Geschwindigkeiten zwischen sich bewegenden Objekten und Beobachtern seine Fähigkeit, korrekt zu segmentieren, beeinflussen konnten. Schnellere Geschwindigkeiten führten typischerweise zu einem leichten Rückgang der Leistung, was realistischen Szenarien entspricht, in denen schnelle Bewegungen die visuelle Verarbeitung komplizieren.

Höhere visuelle Bereiche und Objektidentität

Neben der Unterscheidung von Objekten ist es auch wichtig, dass das Gehirn identifiziert, was diese Objekte sind. Das Modell integriert höhere visuelle Bereiche, die es ihm ermöglichen, Rückschlüsse auf die Identität der Objekte zu ziehen, die es sieht.

Bewertung der Objekterkennung

Forscher testeten die Fähigkeit des Modells zur Klassifizierung von Objekten mit einem Datensatz von Bildern. Die Ergebnisse zeigten, dass das Modell Objekte effektiv erkannte und klassifizierte, was demonstriert, wie gut es gelernt hat, visuelle Informationen aus dem Input darzustellen.

Die biologische Relevanz des Modells

Dieser Rahmen passt gut zu unserem Verständnis davon, wie das Gehirn visuelle Informationen in Echtzeit verarbeitet. Es besteht ein anerkanntes Bedürfnis nach einem Modell, das nicht nur die gewöhnliche visuelle Verarbeitung berücksichtigt, sondern auch die Echtzeitdynamik erfasst, die mit der Interpretation sich ändernder visueller Eingaben verbunden ist.

Verknüpfung von predictive coding mit realen Anwendungen

Das Konzept des predictive coding und das besprochene computergestützte Modell haben bedeutende Implikationen dafür, wie Organismen ihre Umgebung wahrnehmen. Durch das Studium dieser Mechanismen können wir Einblicke gewinnen, wie sensorische Verarbeitung nicht nur bei Nagetieren, sondern potenziell auch bei Primaten und Menschen abläuft.

Fazit

Zusammenfassend beleuchtet diese Erkundung der visuellen Wahrnehmung, des optischen Flusses und des sensorimotorischen Missmatches die komplexe Natur, wie unsere Gehirne visuelle Informationen interpretieren. Durch die Entwicklung von Modellen, die diese Prozesse simulieren, können Forscher besser verstehen, welche grundlegenden Mechanismen uns ermöglichen, unsere dynamischen Umgebungen effektiv wahrzunehmen und mit ihnen zu interagieren. Diese Arbeit wirft nicht nur Licht auf grundlegende neurologische Funktionen, sondern könnte auch praktische Anwendungen in Bereichen wie Robotik, Computer Vision und künstlicher Intelligenz haben, um zu verbessern, wie Maschinen visuelle Daten so interpretieren können wie wir.

Originalquelle

Titel: Learning to segment self-generated from externally caused optic flow through sensorimotor mismatch circuits

Zusammenfassung: Efficient sensory detection requires the capacity to ignore task-irrelevant information, for example when optic flow patterns created by egomotion need to be disentangled from object perception. To investigate how this is achieved in the visual system, predictive coding with sensorimotor mismatch detection is an attractive starting point. Indeed, experimental evidence for sensorimotor mismatch signals in early visual areas exists, but it is not understood how they are integrated into cortical networks that perform input segmentation and categorization. Our model advances a biologically plausible solution by extending predictive coding models with the ability to distinguish self-generated from externally caused optic flow. We first show that a simple three neuron circuit produces experience-dependent sensorimotor mismatch responses, in agreement with calcium imaging data from mice. This microcircuit is then integrated into a neural network with two generative streams. The motor-to-visual stream consists of parallel microcircuits between motor and visual areas and learns to spatially predict optic flow resulting from self-motion. The second stream bidirectionally connects a motion-selective higher visual area (mHVA) to V1, assigning a crucial role to the abundant feedback connections: the maintenance of a generative model of externally caused optic flow. In the model, area mHVA learns to segment moving objects from the background, and facilitates object categorization. Based on shared neurocomputational principles across species, the model also maps onto primate vision. Our work extends the Hebbian predictive coding to sensorimotor settings, in which the agent actively moves - and learns to predict the consequences of its own movements. Significance statementThis research addresses a fundamental challenge in sensory perception: how the brain distinguishes between self-generated and externally caused visual motion. Using a computational model inspired by predictive coding and sensorimotor mismatch detection, the study proposes a biologically plausible solution. The model incorporates a neural microcircuit that generates sensorimotor mismatch responses, aligning with experimental data from mice. This microcircuit is integrated into a neural network with two streams: one predicting self-motion-induced optic flow and another maintaining a generative model for externally caused optic flow. The research advances our understanding of how the brain segments visual input into object and background, shedding light on the neural mechanisms underlying perception and categorization not only in rodents, but also in primates.

Autoren: Matthias Brucklacher, G. Pezzulo, F. Mannella, G. Galati, C. Pennartz

Letzte Aktualisierung: 2024-02-15 00:00:00

Sprache: English

Quell-URL: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2023.11.15.567170

Quell-PDF: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2023.11.15.567170.full.pdf

Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Änderungen: Diese Zusammenfassung wurde mit Unterstützung von AI erstellt und kann Ungenauigkeiten enthalten. Genaue Informationen entnehmen Sie bitte den hier verlinkten Originaldokumenten.

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