Emotionen mit der Bewegungssteuerung im Gehirn verbinden
Neue Studie zeigt, wie Emotionen die Bewegungswege im Gehirn beeinflussen.
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Inhaltsverzeichnis
- Wichtige Komponenten der Bewegungssteuerung
- Auswirkungen der Parkinson-Krankheit
- Die Rolle des limbischen Systems
- Forschungsübersicht
- Untersuchung der Konnektivität
- Ergebnisse zur funktionellen Konnektivität
- Auswirkungen auf das Verständnis von Bewegungsstörungen
- Einschränkungen der Studie
- Fazit
- Originalquelle
Das Gehirn steuert unsere Bewegungen durch komplexe Wege, die verschiedene Bereiche verbinden, wobei ein Teil namens Basalganglien eine zentrale Rolle spielt. Diese Region kommuniziert mit den motorischen Bereichen im Gehirn, um Bewegungen zu starten, zu regulieren und zu stoppen. Wissenschaftler beschreiben diese Verbindungen oft als „geschlossene Kreisläufe“. In diesen Kreisläufen erreichen Signale aus den motorischen Bereichen des Gehirns bestimmte Teile der Basalganglien und kehren dann zu den ursprünglichen motorischen Bereichen zurück. Dieser Hin- und Herprozess ist entscheidend für eine flüssige und koordinierte Bewegung.
Wichtige Komponenten der Bewegungssteuerung
Die motorischen Bereiche, die eine wichtige Rolle bei der Bewegung spielen, sind das cinguläre motorische Areal (CMA), das supplementäre motorische Areal (SMA) und der primäre motorische Kortex (M1). Diese Bereiche senden Informationen an bestimmte Regionen der Basalganglien, besonders an das Striatum, das aus dem dorsalen Putamen (PUTd) und dem ventralen Putamen (PUTv) besteht. Das Striatum verarbeitet diese Informationen und sendet sie zurück an die motorischen Bereiche, was letztendlich beeinflusst, wie wir uns bewegen.
Es gibt zwei Hauptwege in den Basalganglien, den direkten und den indirekten. Der direkte Weg hilft bei der Initiierung von Bewegungen, während der indirekte Weg die Bewegung hemmt. Diese Wege beinhalten verschiedene Strukturen, einschliesslich des inneren Segments des Globus pallidus und des subthalamischen Kerns.
Auswirkungen der Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit (PD) ist eine Erkrankung, die die Bewegung betrifft. In den frühen Stadien ist sie durch einen Verlust von dopaminproduzierenden Zellen in der Substantia nigra gekennzeichnet, was das Striatum beeinträchtigt und zu Bewegungsproblemen führt. Menschen mit PD erleben Symptome wie langsame Bewegungen, Steifheit und unwillkürliche Bewegungen.
Forschungen zeigen, dass trotz der Schäden, die PD verursacht, es möglicherweise alternative Verbindungen im Gehirn gibt, die unberührt bleiben. Es gibt Hinweise darauf, dass das ventrale Putamen (PUTv) Signale an den primären motorischen Kortex (M1) sendet, aber keine direkten Signale zurückbekommt, was auf einen möglichen „offenen Kreislauf“ hinweist, der anders funktioniert als die geschlossenen Kreisläufe.
Die Rolle des limbischen Systems
Das limbische System ist ein Teil des Gehirns, der mit Emotionen und Erregung zu tun hat. Die basolaterale Amygdala (BLA) und der Nucleus basalis von Meynert (NBM) sind zwei Bereiche innerhalb dieses Systems, die möglicherweise mit dem ventralen Putamen verbunden sind. Daher wird angenommen, dass emotionale Zustände und Erregung die Bewegungssteuerung durch diese alternativen Kreisläufe beeinflussen können.
Interessanterweise erleben Menschen mit PD manchmal ein Phänomen, das als „paradoxe Kinesie“ bezeichnet wird, bei dem sich ihre Bewegungsfähigkeiten in emotional aufgeladenen Situationen, wie Unfällen, vorübergehend verbessern. Das deutet auf eine Beziehung zwischen emotionalen Zuständen und Bewegungssteuerung hin.
Forschungsübersicht
Die Forscher wollten die Verbindungen zwischen dem limbischen System und den motorischen Bereichen bei Menschen untersuchen, ähnlich wie in Studien bei nicht menschlichen Primaten. Sie führten eine Studie durch, um mittels fortschrittlicher Bildgebung zu erforschen, wie verschiedene Teile des Putamens mit den motorischen Bereichen und dem limbischen System verbunden sind.
Die Studie umfasste 21 gesunde Teilnehmer, die einen spezialisierten Gehirnscan durchliefen. Die Forscher wollten herausfinden, ob das ventrale Putamen (PUTv) funktionell mit den motorischen Bereichen verbunden ist und wie diese Verbindungen im Vergleich zu traditionellen Bereichen wie dem dorsalen Putamen (PUTd) abschneiden.
Untersuchung der Konnektivität
Das erste Ziel der Forschung war es zu sehen, ob das ventrale Putamen stärkere Verbindungen zu den limbischen Knoten (BLA, NBM) im Vergleich zur Kontrollregion (ventrolateraler Thalamus) zeigte. Die Ergebnisse zeigten, dass das PUTv eine stärkere Verbindung zur BLA und NBM hatte als zur Kontrollregion.
Als Nächstes schauten die Forscher sich an, wie das PUTv mit motorischen Bereichen im Vergleich zu den dorsalen Putamen (PUTd) und dem Nucleus accumbens (NAc) verbunden ist. Sie fanden heraus, dass das PUTv signifikante Verbindungen zu mehreren motorischen Bereichen hatte, was die Idee unterstützt, dass das PUTv eine Rolle bei der Bewegung neben den traditionelleren motorischen Regionen spielen könnte.
Ergebnisse zur funktionellen Konnektivität
Die Studie fand heraus, dass die Verbindungen zwischen dem PUTv und den motorischen Bereichen darauf hindeuten, dass die ventrale Region des Putamens eine einzigartige Rolle hat. Insbesondere zeigte das ventrale Putamen eine grössere funktionelle Konnektivität mit motorischen Bereichen als der Nucleus accumbens, was auf einen möglichen Weg für die motorische Kontrolle hinweist, der emotionale und motivationale Prozesse umfasst.
Darüber hinaus zeigte die Studie, dass während das dorsale Putamen typischerweise mit der motorischen Kontrolle assoziiert wird, das ventrale Putamen auch signifikante Verbindungen hat, die die Bewegung beeinflussen könnten. Das deutet darauf hin, dass die traditionelle Sicht auf die Bewegungssteuerungswege im Gehirn möglicherweise erweitert werden muss, um diese neuen Erkenntnisse einzubeziehen.
Auswirkungen auf das Verständnis von Bewegungsstörungen
Die Ergebnisse dieser Studie könnten wichtige Auswirkungen auf das Verständnis von Bewegungsstörungen wie Parkinson haben. Während die Forscher weiterhin die Verbindungen zwischen dem limbischen System und der motorischen Kontrolle erkunden, könnten sie neue Wege finden, um die Symptome bei Menschen mit PD zu behandeln.
Durch die Identifizierung dieser alternativen Wege im Gehirn könnten Möglichkeiten entstehen, neue Behandlungen oder Therapien zu entwickeln, die die bestehenden Verbindungen des Gehirns nutzen, um die Bewegungssteuerung zu verbessern. Zu verstehen, wie emotionale und motivationale Zustände die motorischen Funktionen beeinflussen können, könnte zu innovativen Strategien für Rehabilitation und Unterstützung führen.
Einschränkungen der Studie
Obwohl die Studie vielversprechende Ergebnisse präsentiert, ist es wichtig, ihre Einschränkungen anzuerkennen. Die funktionelle Konnektivitätsbildgebung kann nur Korrelationen zwischen Gehirnregionen zeigen; sie kann nicht die Richtung der Signale oder die Anzahl der an diesen Verbindungen beteiligten Neuronen bestimmen. Ausserdem kann die Qualität der Bilder durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, darunter individuelle Unterschiede und Rauschen, was die Interpretation der Ergebnisse beeinflussen kann.
Zukünftige Forschungen sollten sich darauf konzentrieren, diese Kreisläufe bei Einzelpersonen abzubilden, um ein klareres Bild davon zu bekommen, wie sie funktionieren. Untersuchungen in Patientengruppen, insbesondere bei solchen mit Parkinson-Krankheit, wären hilfreich, um zu verstehen, wie die identifizierten Kreise sich verändern, wenn sie von Bewegungsstörungen betroffen sind.
Fazit
Die Forschung wirft Licht auf die komplexen Verbindungen zwischen limbischen Strukturen und motorischen Bereichen im Gehirn. Die potenzielle Existenz eines offenen Kreislaufs, der das ventrale Putamen und seine Interaktion mit dem motorischen Kortex umfasst, hebt die Komplexität der Bewegungssteuerung hervor. Diese Erkenntnisse ermutigen dazu, weiter zu erforschen, wie emotionale und motivationale Faktoren die Bewegung beeinflussen können, insbesondere bei Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson. Das Verständnis dieser Verbindungen könnte den Weg für neue Behandlungsansätze ebnen und die Lebensqualität der von Bewegungsstörungen betroffenen Menschen verbessern.
Titel: Dissociation of putative open loop circuit from ventral putamen to motor cortical areas in humans I: high-resolution connectomics
Zusammenfassung: Human movement is partly organized and executed by cortico-basal ganglia-thalamic closed-loop circuits (CLCs), wherein motor cortical areas both send inputs to and receive feedback from the basal ganglia, particularly the dorsal putamen (PUTd). These networks are compromised in Parkinsons disease (PD) due to neurodegeneration of dopaminergic inputs primarily to PUTd. Yet, fluid movement in PD can sporadically occur, especially when induced by emotionally arousing events. Rabies virus tracing in non-human primates has identified a potential alternative motor pathway, wherein the ventral putamen (PUTv) receives inputs from subcortical limbic areas (such as amygdala nuclei) and sends outputs to motor cortical areas putatively via the nucleus basalis of Meynert (NBM). We hypothesize that this separable open loop circuit (OLC) may exist in humans and explain the preservation of movement after CLC degradation. Here, we provide evidence for the normal human OLC with ultra-high field (7T), multi-echo functional magnetic resonance imaging. We acquired resting-state functional connectivity (FC) scans from 21 healthy adults (avg. age = 29, 12M/9F, all right-handed) and mapped left-hemisphere seed-to-voxel connectivity to assess PUTv FC with putative subcortical nodes and motor cortical areas. We found that putative OLC node (basolateral amygdala, NBM) FC was greater with PUTv (p < 0.05), while CLC subcortical seed (ventrolateral nucleus of thalamus) FC was greater with PUTd (p 0.1). Collectively, these results suggest that PUTv is functionally connected to motor cortical areas and may be integrated into a separable motor OLC with subcortical limbic inputs.
Autoren: Neil M Dundon, E. J. Rizor, J. Wang, J. Stasiak, T. Li, A. Bostan, R. C. Lapate, S. T. Grafton
Letzte Aktualisierung: 2024-09-23 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.28.610129
Quell-PDF: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.28.610129.full.pdf
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
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