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Frühe Kindheitskaries verhindern: Effektive Strategien

In diesem Artikel geht's um Strategien, um Zahnprobleme bei kleinen Kindern zu bekämpfen.

― 7 min Lesedauer


Frühe KindheitskariesFrühe KindheitskariesbekämpfenKaries bei kleinen Kindern.Wichtige Strategien zur Vorbeugung von
Inhaltsverzeichnis

Frühe Kindheitskaries (ECC) ist ein echt ernstes Problem mit Karies bei kleinen Kindern weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt, dass man dieses Problem angehen muss, da Millionen von kleinen Kindern an unbehandelter Karies leiden, besonders in einkommensschwachen Ländern. Aktuelle Daten zeigen, dass etwa 514 Millionen Kinder weltweit Karies in ihren Milchzähnen haben, wobei drei Viertel von ihnen keine Behandlung bekommen.

Bedeutung von Präventivprogrammen

Um ECC zu bekämpfen, hat die WHO Richtlinien für die Umsetzung von Präventionsprogrammen aufgestellt. Diese Programme legen Wert darauf, die Primärversorgungsteams einzubeziehen und die Bedeutung von Initiativen in Schulen hervorzuheben. Zu den empfohlenen Fluorid-Interventionen gehören:

  • Regelmässiges Zähneputzen bei Kindern mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
  • Bereitstellung von fluoridiertem Salz oder Milch.
  • Anwendung von Fluoridlack auf den Zähnen der Kinder in regelmässigen Abständen.

Fluoridlack soll eine sichere Behandlung zur Vorbeugung von Karies bei Kindern sein. Allerdings zeigen einige aktuelle Studien, dass die Beweise für seine Wirksamkeit nicht so stark sind, wie man früher dachte. Zum Beispiel ergab eine Überprüfung, dass es nur begrenzte Beweise dafür gibt, dass Fluoridlack helfen könnte, die Karies bei Vorschulkindern zu reduzieren. Ähnlich zeigte eine gut strukturierte Studie über ein Programm in Schottland keine signifikanten Vorteile von Fluoridlack im Vergleich zum normalen Zähneputzen.

Beweise zum Zähneputzen mit Fluoridzahnpasta

Forschung zeigt, dass das Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta während betreuter Zähneputz-Sitzungen die Zahngesundheit von kleinen Kindern erheblich verbessern kann. In Schottland deutete eine Kostenanalyse darauf hin, dass die Umsetzung von nationalen Zähneputzprogrammen in Kindergärten über acht Jahre etwa 6 Millionen Pfund einsparen könnte, verglichen mit den Behandlungskosten bei Zahngesundheitsproblemen.

Während Fluoridprodukte in anderen Formen, wie Tabletten oder Tropfen, in der Vergangenheit verwendet wurden, ist ihre Wirksamkeit auf Milchzähne unklar, und es gibt nur wenige Studien über mögliche Nebenwirkungen. Ähnlich sind die Beweise für die Verwendung von fluoridiertem Salz und Milch veraltet, obwohl einige Studien Nutzen bei etwas älteren Kindern nahelegen.

Der Bedarf an umfassender Prävention

Die Prävention von Karies bei kleinen Kindern ist entscheidend für die öffentliche Gesundheit. Entscheidungsträger stimmen zu, dass effektive Strategien zu erheblichen Einsparungen bei den Zahnarztkosten führen können. Allerdings müssen die besten Interventionen in Bezug auf Sicherheit, Effektivität und Praktikabilität noch evaluiert werden. Es besteht ein dringender Bedarf, die Vor- und Nachteile verschiedener fluoridbasierter Programme, einschliesslich Zähneputzen und Lackaufträgen, abzuwägen.

Ziel ist es, einen internationalen Konsens über die besten Strategien zur Reduzierung von ECC in Bildungseinrichtungen für kleine Kinder zu schaffen.

Studienüberblick und Methodik

Diese Studie zielte darauf ab, Expertenmeinungen zu fluoridbasierten Interventionen im frühkindlichen Bildungsbereich zu sammeln. Es ging darum, die neuesten wissenschaftlichen Beweise und klinischen Richtlinien in Bezug auf Fluoridlack und Zähneputzpraktiken zur Prävention von ECC zu untersuchen.

Es wurde eine systematische Literatursuche in verschiedenen Datenbanken durchgeführt, um peer-reviewed Studien zu sammeln. Die Forschung umfasste Studien mit unterschiedlichen Designs und konzentrierte sich auf fluoridbasierte Interventionen, ohne die Sprache oder das Veröffentlichungsdatum einzuschränken. Dieser umfassende Ansatz stellte sicher, dass die Ergebnisse ein breites Spektrum an Beweisen repräsentierten.

Die gesammelten Informationen wurden dann mit etablierten Werkzeugen zur Bewertung der Studienqualität analysiert. Aufgrund signifikanter Variationen in den Studienumgebungen und Populationen war es nicht möglich, eine formale statistische Analyse durchzuführen, und die Ergebnisse wurden narrativ präsentiert.

Expertenkonsensbildung

Die Studie nutzte eine modifizierte Delphi-Methode, um einen Konsens unter Experten zu fördern. Dieser Ansatz beinhaltete mehrere Runden von Umfragen, die Meinungen zur Sicherheit, Effektivität und Umsetzung verschiedener Interventionen abdeckten. Zu den Experten gehörten Forscher, klinische Akademiker und Führungskräfte im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Prävention von Kindheitskaries.

Im Laufe des Prozesses wurden die Teilnehmer gebeten, die Beweise zu bewerten und ihre Einsichten zu den effektivsten Interventionen zu teilen. Es wurden zwei Umfragen durchgeführt, um die Meinungen zu verfeinern und Feedback zu sammeln. Ein abschliessender Workshop ermöglichte es den Experten, ihre Gedanken im Detail zu erörtern.

Wichtige Erkenntnisse zu den Interventionen

Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta

Der Konsens war klar: tägliches, betreutes Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta wurde als die effektivste Methode zur Prävention von ECC angesehen. Die meisten Experten stuften es als oberste Priorität für die Umsetzung in Bildungseinrichtungen ein. Forschungen zeigten eine signifikante Reduzierung von Karies bei Kindern, die an betreuten Putzprogrammen teilnahmen.

Eine gross angelegte Wirtschaftsstudie aus Schottland hob hervor, dass die Einsparungen durch reduzierte Zahnarztbehandlungen die Kosten für die Umsetzung betreuter Zähneputzprogramme bei weitem übertrafen. Experten betonten, dass das Etablieren gesunder Putzgewohnheiten in der frühen Kindheit lebenslange Vorteile haben kann.

Anwendung von Fluoridlack

Fluoridlack, der zwei bis vier Mal im Jahr aufgetragen wird, wurde als die zweitwichtigste Intervention angesehen. Obwohl er hohe Bewertungen in Bezug auf potenzielle Effektivität und Sicherheit erhielt, erkannten die Experten an, dass die Beweise für seine Verwendung in Bildungseinrichtungen weniger robust waren im Vergleich zum Zähneputzen. Es gab eine allgemeine Übereinstimmung, dass, während Fluoridlack eine schützende Massnahme bleibt, sein Wert in Kontexten, in denen regelmässiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta die Norm ist, erneut bewertet werden sollte.

Weitere fluoridbasierte Interventionen

Experten äusserten Skepsis gegenüber anderen fluoridbasierten Interventionen, wie Mundspülungen oder Gelen. Es gab nur begrenzte Beweise für ihre Wirksamkeit in Bildungseinrichtungen, und es wurden auch Bedenken zu möglichen Nebenwirkungen geäussert. So zeigten Fluoridspülungen vor allem in Hochrisikogebieten Vorteile, aber insgesamt waren die Auswirkungen unklar.

Fluoridiertes Salz und Milch wurden ebenfalls diskutiert, aber ihr Einfluss auf die Reduzierung von ECC wurde als nicht ausreichend durch aktuelle Beweise gestützt angesehen. Viele Experten waren sich einig, dass diese Interventionen in der Vergangenheit funktioniert haben mögen, aber sie erfordern eine neue Bewertung im Kontext der heutigen Bedürfnisse.

Workshop-Einblicke und Diskussionen

Im Workshop traten mehrere zentrale Themen zutage, die die kollektiven Einsichten der Experten widerspiegelten. Es gab starken Rückhalt für die Priorisierung des betreuten Zähneputzens mit fluoridhaltiger Zahnpasta als die vordringliche Intervention. Die Teilnehmer betonten, dass dieser Ansatz nicht nur ECC verhindert, sondern auch gesunde Gewohnheiten bei Kindern fördert.

Hinsichtlich der Ressourcenzuteilung waren sich die Experten einig, dass es ideal ist, einen universellen Ansatz zu verfolgen, aber es vorteilhaft wäre, zuerst auf die Kinder aus einkommensschwachen Verhältnissen zu fokussieren. Barrieren wie Ressourcenmangel und praktische Umsetzungsherausforderungen wurden anerkannt, einschliesslich der Notwendigkeit der Lehrerengagements und potentieller zeitlicher Einschränkungen im Lehrplan.

Bedenken über die Umweltauswirkungen von Fluoridinterventionsprogrammen wurden ebenfalls geäussert. Die Experten wiesen darauf hin, dass es zwar entscheidend ist, Zahngesundheitsprobleme zu verhindern, jedoch die Nachhaltigkeit bei der Programmdurchführung nicht übersehen werden sollte.

Fazit

Die Studie hob den dringenden Bedarf an effektiven Massnahmen zur Prävention von frühkindlichen Karies hervor. Tägliches, betreutes Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta stellte sich als die wichtigste Intervention heraus, um dieses Problem anzugehen. Während Fluoridlack weiterhin wertvoll bleibt, sollte seine Rolle in Schulen, in denen bereits regelmässig Zähne geputzt wird, neu bewertet werden.

Zähneputzprogramme sollten universell umgesetzt werden, mit einem Fokus auf Kinder aus benachteiligten Verhältnissen. Zukünftige Bemühungen sollten die langfristige Nachhaltigkeit von Fluoridinterventionen zusammen mit umweltbezogenen Überlegungen berücksichtigen. Die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsexperten und Entscheidungsträgern ist entscheidend, um fundierte Entscheidungen zu treffen, die die Zahngesundheit von kleinen Kindern weltweit priorisieren.

Originalquelle

Titel: International consensus on fluoride programmes for Early Childhood Caries prevention in early education settings

Zusammenfassung: BackgroundThe World Health Organisation has set out a clear priority for the implementation of interventions to reduce the burden of Early Childhood Caries (ECC), a global public health problem affecting over 500 million children around the world and having a substantial impact on child well-being and health system expenditure. The aim of this study was to assess and develop international expert consensus on the evidence for fluoride-based interventions in early-year education settings (kindergartens/nursery and primary schools) for reducing ECC and to synthesise clear programme-level recommendations with regard to ECC prevention in this setting. MethodsA systematic overview of systematic reviews, trials, and observational studies was performed to identify and critically appraise the available evidence on the effectiveness and cost-effectiveness of fluoride-based interventions in early-years education settings to prevent ECC. This was followed by a three-stage modified Delphi panel study (n= 21) consisting of: round 1, an online survey to gather opinions on safety, effectiveness and feasibility of interventions; round 2, an iterative survey to consider collated group opinion and gather feedback on review findings; and finally, an online workshop with presentations and facilitated in-depth, recorded group discussions. ResultsThere was high-quality evidence and consensus on delivering supervised toothbrushing in kindergartens (nurseries) and primary/elementary schools; this is safe and cost-effective, shows greater benefit to more disadvantaged children, helps child social development, and is feasible in high and low/middle-income countries. There was more moderate support for the effectiveness and cost-effectiveness of fluoride varnish application in this setting (especially where supervised toothbrushing with fluoride is in place). It was agreed that policy makers should prioritise at-risk groups where resources are limited, and that systemic fluoride interventions (Fluoride tablets, drops, milk, and salt) in this setting are no longer a priority. ConclusionSupervised toothbrushing with fluoridated toothpaste is the most effective, cost-effective, feasible and safest mechanism for children in early education settings. Universal coverage is preferred but where resources are limited targeting based on need is indicated. Panel consensus is that it remains appropriate in water fluoridated areas and is largely feasible in low/middle-income countries.

Autoren: Lamis Abuhaloob, D. Conway, A. Blokland, A. Ross

Letzte Aktualisierung: 2024-03-07 00:00:00

Sprache: English

Quell-URL: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2024.03.05.24303843

Quell-PDF: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2024.03.05.24303843.full.pdf

Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Änderungen: Diese Zusammenfassung wurde mit Unterstützung von AI erstellt und kann Ungenauigkeiten enthalten. Genaue Informationen entnehmen Sie bitte den hier verlinkten Originaldokumenten.

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