KCNQ1 und PUFA: Eine Herzverbindung
Untersuchen, wie Proteine und Fettsäuren den Herzrhythmus und die Gesundheit beeinflussen.
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Inhaltsverzeichnis
KCNQ1, auch bekannt als Kv7.1, ist ein Protein im Herzen, das eine wichtige Rolle bei der Steuerung elektrischer Signale spielt. Es arbeitet mit einem anderen Protein namens KCNE1 zusammen, um einen Kanal zu bilden, der den Rhythmus des Herzens reguliert. Dieser Kanal ist wichtig für die Erholungsphase des Herzens nach jedem Schlag, die als Repolarisation bekannt ist.
Wenn alles gut läuft, sorgt KCNQ1/KCNE1 dafür, dass das Herz gleichmässig schlägt. Aber wenn es Veränderungen oder Mutationen in diesen Proteinen gibt, kann das zu Zuständen wie dem Long QT Syndrom (LQTS) führen. Dieses Syndrom zeichnet sich durch ein länger als normales QT-Intervall im Elektrokardiogramm (EKG) aus und kann das Risiko für ernsthafte Herzprobleme, einschliesslich Arrhythmien und plötzlichem Herztod, erhöhen.
Auswirkungen von Mutationen auf die Herzfunktion
Mutationen im KCNQ1/KCNE1-Kanal können dessen Funktion beeinträchtigen. Das kann das Aktionspotenzial verlängern, also das elektrische Signal, das das Herz zum Kontrahieren anregt. Die Änderung im QT-Intervall kann im EKG gesehen werden, und Personen mit LQTS, die durch diese Mutationen verursacht wird, müssen vorsichtig sein, da sie Ohnmachtsanfälle oder sogar lebensbedrohliche Herzrhythmen erleben können.
Um LQTS zu behandeln, verschreiben Ärzte normalerweise bestimmte Medikamente wie Beta-Blocker oder empfehlen Geräte wie implantierbare Defibrillatoren, besonders für Leute mit hohem Risiko für plötzlichen Herztod. Allerdings verkürzen diese Behandlungen nicht das QT-Intervall. Forscher suchen nach Wegen, die normale QT-Dauer wiederherzustellen, indem sie die Aktivität des KCNQ1/KCNE1-Kanal-Komplexes erhöhen.
Rolle von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFAs)
Neueste Studien haben gezeigt, dass Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFAs), besonders Omega-3-Fettsäuren, die KCNQ1/KCNE1-Kanäle aktivieren können. Diese Aktivierung kann helfen, die normale Funktionsweise des Kanals wiederherzustellen. Es wurde gezeigt, dass PUFAs die Ströme, die durch diese Kanäle fliessen, erhöhen, indem sie zwei wichtige Aspekte beeinflussen: die Spannung, bei der die Kanäle sich öffnen, und die maximale Strommenge, die sie tragen können.
PUFAs binden an verschiedene Stellen am KCNQ1-Kanal. Eine Stelle ist am Spannungssensor beteiligt, während die andere mit der Pore des Kanals verbunden ist. Durch das Binden an diese Stellen erleichtern PUFAs das Öffnen des Kanals bei niedrigeren Spannungen und verbessern dessen Fähigkeit, Kaliumionen zu leiten, was entscheidend für die Aufrechterhaltung eines gleichmässigen Herzrhythmus ist.
Untersuchung des Mechanismus der PUFA-Wirkung
Forscher konzentrieren sich jetzt darauf, genau zu verstehen, wie PUFAs die Kapazität des Kanals zur Leitung von Elektrizität erhöhen. Sie haben entdeckt, dass bestimmte Reste innerhalb des Kanals für diesen Prozess entscheidend sind. Wenn bestimmte Aminosäuren im KCNQ1 mutiert werden, kann die Fähigkeit von PUFAs, die Leitfähigkeit des Kanals zu erhöhen, erheblich vermindert werden.
Zum Beispiel ist eine bestimmte Aminosäure, bekannt als K326, sehr wichtig für die Bindung von PUFAs. Ein anderer nahegelegener Rest, D301, spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle in dieser Interaktion. Als die Forscher diese Reste mutierten, bemerkten sie einen signifikanten Rückgang der Effekte, die PUFAs normalerweise auf die Leitfähigkeit des Kanals ausüben, was die Bedeutung dieser Reste für die Aufrechterhaltung der Kanal-Funktion zeigt.
Einzelkanalanalyse
Um mehr Einblick zu bekommen, wie Lin-Glycin, eine Form von PUFA, den KCNQ1/KCNE1-Kanal beeinflusst, führten Wissenschaftler Einzelkanalaufzeichnungen durch. Sie fanden heraus, dass Lin-Glycin die Zeit, die der Kanal braucht, um sich zu öffnen, erheblich verkürzte und die Wahrscheinlichkeit, dass der Kanal zu einem bestimmten Zeitpunkt offen ist, erhöhte. Interessanterweise blieb die Einzelkanal-Leitfähigkeit unverändert, aber die Gesamtleitfähigkeit des Kanals erhöhte sich, weil der Kanal häufiger öffnete.
Dieses Ergebnis war wichtig, weil es zeigte, dass Lin-Glycin die Fähigkeit des Kanals zur Stromleitung nicht dadurch verbessert, dass jede Öffnung grösser wird, sondern indem es den Kanal ermutigt, öfter zu öffnen.
Selektivitätsfilters
Rolle desEin interessantes Thema ist der Selektivitätsfilter des KCNQ1-Kanals, der entscheidend dafür ist, Kaliumionen durchzulassen und andere Ionen zu blockieren. Der Selektivitätsfilter besteht aus mehreren wichtigen Resten, die helfen, den offenen Zustand des Kanals zu stabilisieren. Veränderungen in diesen Resten können die Fähigkeit des Kanals, Ionen zu leiten, erheblich beeinflussen.
Wenn PUFAs an den Kanal binden, scheinen sie diese wichtigen Wechselwirkungen im Selektivitätsfilter zu stabilisieren, wodurch der Kanal eher offen bleibt. Einige spezifische Reste, wie Y315 und D317, bilden wichtige Wechselwirkungen, die diese Stabilität unterstützen. Mutationen dieser Reste haben gezeigt, dass die Fähigkeit der PUFAs, die Leitfähigkeit des Kanals zu erhöhen, reduziert wird.
Unterschiede in der Kanalstabilität
Interessanterweise scheint die strukturelle Organisation von KCNQ1 sich von der anderer Kaliumkanäle, wie dem Shaker-Kanal, zu unterscheiden. In KCNQ1 ermöglicht die Anordnung bestimmter Reste eine weniger stabile Struktur, was zu häufigeren Phasen führen kann, in denen der Kanal nicht offen ist, und zu "leeren Sweeps" während der Aufzeichnungen.
Diese Instabilität bedeutet, dass KCNQ1 anfälliger für Einflüsse von PUFAs ist. Im Gegensatz dazu behalten Shaker-Kanäle eine stabilere Konfiguration bei, was zu weniger Schwankungen in ihrer Leitfähigkeit führt. Das könnte erklären, warum die Wirkung von PUFAs auf KCNQ1 ausgeprägter ist als bei anderen Kanälen.
Fazit und Implikationen
Die Forschung zu KCNQ1, KCNE1 und ihren Wechselwirkungen mit PUFAs ist entscheidend, um zu verstehen, wie man Zustände wie LQTS behandeln kann. Durch die Erhöhung der Aktivität dieser Kanäle gibt es Potenzial für therapeutische Strategien, die die Herzfunktion verbessern und Risiken für Patienten mit Herzrhythmusstörungen verringern können.
Ausserdem kann das Verständnis der spezifischen Reste und Mechanismen, die an der Wirkung von PUFAs beteiligt sind, zu besser gezielten Behandlungen führen. Die Forscher untersuchen weiterhin, wie Modifikationen der Struktur und Funktion von KCNQ1 Einblicke in seine Rolle für die Herzgesundheit geben können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KCNQ1-Kanäle für die Herzfunktion unerlässlich sind und ihre Fähigkeit, Kalium zu leiten, von PUFAs beeinflusst wird. Durch die Erforschung der Wechselwirkungen innerhalb des Kanals und der Auswirkungen spezifischer Mutationen kann die Wissenschaft näher an das Verständnis und möglicherweise die Behandlung von Herzkrankheiten im Zusammenhang mit Kanal-Dysfunktionen gelangen.
Titel: PUFA stabilizes a conductive state of the selectivity filter in IKs channels
Zusammenfassung: In cardiomyocytes, the KCNQ1/KCNE1 channel complex mediates the slow delayed-rectifier current (IKs), pivotal during the repolarization phase of the ventricular action potential. Mutations in IKs cause Long QT Syndrome (LQTS), a syndrome with a prolonged QT interval on the ECG, which increases the risk of ventricular arrhythmia and sudden cardiac death. One potential therapeutical intervention for LQTS is based on targeting IKs channels to restore channel function and/or the physiological QT interval. Polyunsaturated fatty acids (PUFAs) are potent activators of KCNQ1 channels and activate IKs channels by binding to two different sites, one in the voltage sensor domain (VSD) - which shifts the voltage dependence to more negative voltages- and the other in the pore domain (PD) - which increases the maximal conductance of the channels (Gmax). However, the mechanism by which PUFAs increase the Gmax of the IKs channels is still poorly understood. In addition, it is unclear why IKs channels have a very small single channel conductance and a low open probability or whether PUFAs affect any of these properties of IKs channels. Our results suggest that the selectivity filter in KCNQ1 is normally unstable, contributing to the low open probability, and that the PUFA-induced increase in Gmax is caused by a stabilization of the selectivity filter in an open-conductive state.
Autoren: Peter Larsson, A. Golluscio, J. Eldstrom, J. J. Jowais, M. E. Perez, K. P. Cunningham, A. de La Cruz, X. Wu, D. Fedida, D. P. Tieleman, V. Corradi
Letzte Aktualisierung: 2024-08-06 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.01.11.575247
Quell-PDF: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.01.11.575247.full.pdf
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