Neue Erkenntnisse zur Sternentstehung im TMC1-System
Forscher zeigen die Dynamik von Akkretion und Ejektion bei jungen Sternen.
― 7 min Lesedauer
Inhaltsverzeichnis
Die Entstehung von Sternen umfasst zwei Hauptprozesse: Akkretion, wo Material auf den Stern fällt, und Ejektion, wo ein Teil des Materials weggestossen wird. Zu verstehen, wie diese Prozesse zusammenarbeiten, ist wichtig, um zu lernen, wie Sterne und Planeten entstehen. In aktuellen Beobachtungen haben Wissenschaftler ein genaueres Auge auf ein Paar junger Sterne im TMC1-System geworfen. Dieses System enthält zwei Protosterne, TMC1-W und TMC1-E, die etwa 85 astronomische Einheiten voneinander entfernt sind.
Was wir beobachtet haben
Mit dem James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) haben Forscher Daten im mittleren Infrarotbereich gesammelt. Dieser Wellenlängenbereich ist wichtig, da er es Wissenschaftlern ermöglicht, Merkmale zu sehen, die mit anderen Instrumenten schwer zu erkennen sind. In diesem Fall konzentrierten sie sich auf Emissionslinien von Wasserstoff, Eisen und Neon, unter anderen.
Die Beobachtungen zeigten, dass der Stern TMC1-E aktiv Gas in einem Ausfluss heraus drückt, während TMC1-W dagegen nicht so viel Aktivität zeigt. Die Emissionen von TMC1-E hatten eine enge Form und breitere Winkel, während die Wissenschaftler verschiedene Übergänge von Wasserstoff betrachteten, was darauf hindeutet, dass er einen Scheibenwind erzeugt. TMC1-W hat einen starken Jet, identifiziert durch Emissionen von Eisen und Nickel, was auf einen energetischen Fluss hindeutet. Beide Protosterne zeigten Anzeichen dafür, dass sie verbunden sind, wobei die Jets und Winde parallel erscheinen, was darauf hinweist, dass sie eine ähnliche Scheibenstruktur teilen.
Bedeutung der mittleren Infrarotbeobachtungen
Mittlere Infrarotbeobachtungen sind besonders wichtig für das Studieren junger Sterne, da sie den dichten Staub durchdringen können, der oft diese sich bildenden Sterne umgibt. In der Vergangenheit war es schwierig, diese Prozesse im Detail zu beobachten. Aber mit den fortschrittlichen Fähigkeiten des JWST können Forscher diese Emissionen sehr genau betrachten und neue Einblicke gewinnen, wie Material auf Sterne akkreditiert wird und wie Ausflüsse produziert werden.
Das TMC1-System
Das TMC1-System befindet sich im Taurus-L1527-Gebiet und ist ein Protobinary-System der Klasse I. Das bedeutet, dass es sich um ein relativ junges System handelt, in dem Sterne immer noch entstehen. Bei Betrachtung scheint das System zwei Quellen von nahinfraroten Emissionen von den Protosternen und Anzeichen von Ausflüssen zu haben – Ströme von Gas, die von den Sternen weggestossen werden. Die Beobachtungen mit dem Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA) halfen ebenfalls, das kühlere Gas und den Staub in der Gegend nachzuverfolgen und ein vollständiges Bild dessen zu geben, was hier passiert.
Wichtige Ergebnisse
Die Daten offenbarten zwei unterschiedliche Ausflussmuster von jedem der Protosterne. TMC1-W zeigte collimierte Jets, während TMC1-E eine breitere Ausflussstruktur hatte. Diese Jets und Winde deuten auf unterschiedliche Mechanismen der Materialejektion zwischen den beiden Protosten hin. Die Unterschiede weisen darauf hin, dass TMC1-W wahrscheinlich eine stärkere Akkretion im Vergleich zu TMC1-E durchläuft, was durch die stärkeren Wasserstoffemissionslinien von TMC1-W gezeigt wird.
Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass der Ausfluss von TMC1-E durch Material beeinflusst wird, das von der umgebenden Hülle auf die Scheibe fällt und zur Bildung eines Scheibenwinds beiträgt. Das ist wichtig, weil es das notwendige Material bereitstellen könnte, um das Wachstum der Scheibe aufrechtzuerhalten und weiter erklärt, wie Akkretion und Ejektion zusammenhängen.
Methodik
Um Daten zu sammeln, nutzte das Team den Modus der mittleren Auflösungs-Spektroskopie des JWSTs Mid-Infrared Instruments (MIRI). Die gesammelten Daten deckten ein breites Spektrum an Wellenlängen ab. Durch die genaue Betrachtung des Lichts, das bei diesen Wellenlängen emittiert wurde, konnten Wissenschaftler Informationen über die physikalischen Bedingungen um jeden Protostar herum sammeln.
Das Team stützte sich auch auf frühere Daten von ALMA, um die mittleren Infrarotemissionen mit den Emissionen bei längeren Wellenlängen zu vergleichen, die kühleres Gas nachverfolgen. Diese Kombination von Daten ermöglichte es den Wissenschaftlern, die Prozesse, die in den Protosternen stattfinden, effektiver zu analysieren.
Die Rolle von Binärsystemen
Die Untersuchung von Binärsystemen wie TMC1 ist besonders nützlich, da Forscher die Eigenschaften der beiden Protosterne direkt vergleichen können. Die Wechselwirkungen zwischen den beiden Sternen können ihre Entwicklung erheblich beeinflussen. Zum Beispiel könnte die Art und Weise, wie Material aus der umgebenden Hülle akkreditiert wird, auch die Bildung von Jets und Winden beeinflussen.
Da viele junge Sterne in Binärsystemen entstehen, könnte das Verständnis von TMC1 breitere Einblicke in die Sternentstehung im gesamten Kosmos bieten. Allerdings waren Beobachtungen im mittleren Infrarotbereich, besonders für jüngere Sterne, traditionell begrenzt, da es Herausforderungen beim Messen und Auflösen von Emissionen gab.
Emissionen von Wasserstoff und anderen Elementen
Die Beobachtungen hoben Wasserstoffemissionen als wichtige Indikatoren für Ausflussaktivitäten hervor. Die Forscher stellten fest, dass während TMC1-E signifikante Wasserstoffemissionen hatte, TMC1-W dies nicht tat. Das deutet darauf hin, dass TMC1-E Gas auf eine Weise ausstösst, die charakteristisch für einen Scheibenwind ist, während TMC1-W wahrscheinlich einen collimierten Jet antreibt.
Die Emissionen von ionisierten Gasen wie Neon, Argon und Eisen lieferten weitere Informationen. Zum Beispiel deuteten die Emissionen von TMC1-W auf einen energetischen Jet hin, während TMC1-E Beweise für Winde zeigte, die durch Ionisierung von ultravioletter Strahlung beeinflusst wurden.
Die Verbindung zwischen Akkretion und Ejektion
Im Zusammenhang mit der Sternentstehung ist es entscheidend zu verstehen, wie Material in Richtung eines Sterns fliesst und wie es aus dem System ausgestossen wird, um die endgültige Masse des Sterns und die Umgebung zu bestimmen. Für TMC1 zeigte die Forschung, dass die beiden Prozesse von Akkretion und Ejektion miteinander verwoben sind. Material, das auf die Scheibe fällt, hilft, einen Wind zu erzeugen, während die bei der Akkretion freigesetzte Energie die Ausflüsse anregt.
Diese Beziehung ist besonders evident bei TMC1-W, das einen kraftvollen Jet hat, der aus starker Akkretionstätigkeit resultiert. Die Studie weist auch auf die Möglichkeit hin, dass unterschiedliche Akkretionsmodi die Ausflussmuster beeinflussen, was darauf hindeutet, dass das Studium dieser Systeme viel über die Komplexitäten der Sternentstehung offenbaren kann.
Weitergehende Implikationen
Die Erkenntnisse über das TMC1-System tragen zu einem umfassenderen Verständnis darüber bei, wie junge Sterne sich entwickeln. Sie zeigen die Vielfalt von Verhaltensweisen in Binärsystemen und beleuchten, wie sich die Eigenschaften von Sternen selbst in nah beieinanderstehenden Paaren unterscheiden können.
Ausserdem betont die Arbeit die Bedeutung fortschrittlicher Instrumente wie JWST für das Sammeln hochauflösender Beobachtungen, die die Geheimnisse der Sternentstehung aufdecken können. Die detaillierten Beobachtungen bieten eine neue Perspektive darauf, wie junge Sterne mit ihrer Umgebung interagieren, und helfen, theoretische Modelle der Stern- und Planetenbildung zu informieren.
Fazit
Das TMC1-Protobinary-System dient als ein faszinierendes Beispiel für die dynamischen Prozesse, die an der Sternentstehung beteiligt sind. Durch den Einsatz modernster Beobachtungstechniken haben Forscher ein klareres Bild davon zusammengesetzt, wie junge Sterne wie TMC1-W und TMC1-E sich entwickeln und mit ihrer Umgebung interagieren. Die Erkenntnisse heben das komplexe Zusammenspiel zwischen Akkretion, Ejektion und den physikalischen Bedingungen um junge Sterne hervor und ebnen den Weg für zukünftige Studien in diesem spannenden Bereich der Astrophysik.
Das Verständnis solcher Systeme hilft, Lücken in aktuellen Modellen der Sternentstehung zu schliessen und bietet einen Rahmen für zukünftige Beobachtungsbemühungen. Die fortlaufende Erforschung junger Sterne wird sicherlich weitere faszinierende Entdeckungen über die Ursprünge unseres Universums enthüllen.
Titel: JWST Observations of Young protoStars (JOYS): Linked accretion and ejection in a Class I protobinary system
Zusammenfassung: Accretion and ejection sets the outcome of the star and planet formation process. The mid-infrared wavelength range offers key tracers of those processes that were difficult to detect and spatially resolve in protostars until now. We aim to characterize the interplay between accretion and ejection in the low-mass Class I protobinary system TMC1, comprising two young stellar objects: TMC1-W and TMC1-E with 85 au separation. With the {\it James Webb} Space Telescope (JWST) - Mid-Infrared Instrument (MIRI) observations in 5 - 28 $\mu$m range, we measure intensities of emission lines of H$_2$, atoms and ions, e.g., [Fe II] and [Ne II], and HI recombination lines. We detect H$_2$ outflow coming from TMC1-E, with no significant H$_2$ emission from TMC1-W. The H$_2$ emission from TMC1-E outflow appears narrow and extends to wider opening angles with decreasing E$_{up}$ from S(8) to S(1) rotational transitions, indicating a disk wind origin. The outflow from TMC1-E protostar shows spatially extended emission lines of [Ne II], [Ne III], [Ar II], and [Ar III], with their line ratios consistent with UV radiation as a source of ionization. With ALMA, we detect accretion streamer infalling from $>$ 1000 au scales onto the TMC1-E component. TMC1-W protostar powers a collimated jet, detected with [Fe II] and [Ni II] consistent with energetic flow. A much weaker ionized jet is observed from TMC1-E. TMC1-W is associated with strong emission from hydrogen recombination lines, tracing the accretion onto the young star. Observations of a binary Class I protostellar system show that the two processes are clearly intertwined, with accretion from the envelope onto the disk influencing a wide-angle wind ejected on disk scales, while accretion from the protostellar disk onto the protostar is associated with the source launching a collimated high-velocity jet within the innermost regions of the disk.
Autoren: Łukasz Tychoniec, Martijn L. van Gelder, Ewine F. van Dishoeck, Logan Francis, Will R. M. Rocha, Alessio Caratti o Garatti, Henrik Beuther, Caroline Gieser, Kay Justtanont, Harold Linnartz, Valentin J. M. Le Gouellec, Giulia Perotti, R. Devaraj, Benoît Tabone, Thomas P. Ray, Nashanty G. C. Brunken, Yuan Chen, Patrick J. Kavanagh, Pamela Klaassen, Katerina Slavicinska, Manuel Güdel, Goran Östlin
Letzte Aktualisierung: 2024-06-04 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://arxiv.org/abs/2402.04343
Quell-PDF: https://arxiv.org/pdf/2402.04343
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Änderungen: Diese Zusammenfassung wurde mit Unterstützung von AI erstellt und kann Ungenauigkeiten enthalten. Genaue Informationen entnehmen Sie bitte den hier verlinkten Originaldokumenten.
Vielen Dank an arxiv für die Nutzung seiner Open-Access-Interoperabilität.