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# Biologie# Biochemie

Die Geheimnisse der organohalogenatmenden Bakterien entschlüsseln

Diese Studie zeigt, wie bestimmte Enzyme schädliche Chemikalien in der Umwelt abbauen.

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Bakterien vs. GiftigeBakterien vs. GiftigeChemikalienschädliche Substanzen abbauen.Untersuchung von Enzymen, die
Inhaltsverzeichnis

Organohalide-atmende Bakterien (OHRB) sind spezielle Bakterien, die schädliche Chemikalien, bekannt als chlorierte Lösungsmittel, wie Chlorethen und Chlorethan, abbauen können. Diese Chemikalien stehen oft auf Listen von giftigen Substanzen, die gereinigt werden müssen, weil sie sehr schädlich für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen sein können. OHRB nutzen diese Chemikalien, um Energie für ihr Wachstum und Überleben zu gewinnen, indem sie sie in weniger schädliche Substanzen umwandeln.

Wie OHRB funktioniert

Diese Bakterien arbeiten mit einer speziellen Art von Enzymen, die Reduktive Dehalogenasen (RDasen) genannt werden. RDasen sind verantwortlich für das Brechen der Bindungen zwischen Halogenen (wie Chlor) und Kohlenstoff in diesen giftigen Verbindungen. Dieser Prozess ist entscheidend, weil er die schädlichen Chemikalien in weniger toxische Formen umwandelt. RDasen brauchen besondere Hilfsmoleküle, sogenannte Kofaktoren, um ihre Arbeit zu machen, darunter eine Art von Vitamin, das Cobamid heisst, und Eisen-Schwefel-Clustern.

Die Vielfalt der RDasen

RDasen sind nicht nur auf OHRB beschränkt; sie kommen in vielen verschiedenen Arten von Bakterien und Archaeen vor. Diese breite Verbreitung führt zu einer hohen Variation in ihren Proteinsequenzen, was bedeutet, dass selbst wenn zwei RDasen funktional ähnlich sind, sie ganz anders aussehen können, wenn man ihre Bausteine (Aminosäuren) vergleicht. Zum Beispiel können RDasen, die Perchlorethen (PCE) abbauen, weniger als 20% Ähnlichkeit in ihren Aminosäuresequenzen haben und trotzdem die gleiche Funktion ausüben. Wegen dieser Variation ist es sehr herausfordernd vorherzusagen, wie sich eine RDase basierend auf ihrer Sequenz verhält.

Um diese Enzyme nach ihren Funktionen zu organisieren und zu kategorisieren, haben Wissenschaftler ein System entwickelt, das als Ortholog-Gruppe (OG) System bekannt ist. RDasen werden in OGs gruppiert, wenn sie mehr als 90% Ähnlichkeit in ihren Aminosäuresequenzen aufweisen. Während diese Klassifizierung den Wissenschaftlern hilft, zu verstehen, welche RDasen möglicherweise an ähnlichen Chemikalien arbeiten, zeigt sie nicht immer, wie spezifisch eine RDase für bestimmte Substrate ist.

Unterschiedliche Vorlieben für Substrate

Eine interessante Sache an den RDasen in OG 97 ist, dass sie eine Gruppe verwandter Chemikalien, die Chloroalkane genannt werden, abbauen können. Einige Mitglieder, wie CfrA und DcrA, wurden intensiv untersucht. Sie wurden aus derselben Kultur identifiziert, die auf einer Chemikalie namens 1,1,1-Trichlorethan (TCA) angereichert war. CfrA und DcrA haben unterschiedliche Vorlieben dafür, welche Chemikalien sie abbauen. CfrA bevorzugt es, TCA und Chloroform abzubauen, während DcrA sich mehr auf 1,1-Dichlorethan (DCA) konzentriert.

Wenn sie mit einer Chemikalie namens 1,1,2-TCA präsentiert werden, verhalten sich CfrA und DcrA unterschiedlich. CfrA neigt dazu, sie in eine andere Chemikalie namens 1,2-DCA abzubauen, während DcrA lieber Vinylchlorid (VC) daraus macht. Dieser Unterschied im Verhalten trotz ihrer hohen Ähnlichkeit bietet eine wertvolle Gelegenheit, die Schlüsselteile dieser Enzyme zu untersuchen, die ihre Substratpräferenzen steuern.

Entdeckung der Struktur von RDasen

Bisher ist es den Forschern gelungen, die Strukturen von drei verschiedenen RDasen zu bestimmen. Diese Strukturen geben Einblick, wie die Enzyme funktionieren. Die Kernstruktur der RDasen ist unter verschiedenen Bakterienarten ähnlich und bietet Hinweise auf wichtige Teile der Enzyme, die ihre Aktivität beeinflussen könnten.

Bestimmte Schlüsselaminosäuren im aktiven Zentrum dieser Enzyme wurden in der Forschung hervorgehoben. Zum Beispiel sind zwei Aminosäuren, Tyr246 und Arg305, entscheidend für die katalytische Aktivität des Enzyms. Diese Aminosäuren kommen in vielen RDasen vor und werden als wichtig für die Reaktion angesehen, die Halogene entfernt. Andere wichtige Rückstände wurden basierend auf computeranalytischen oder experimentellen Studien identifiziert, die untersuchen, wie sie beeinflussen, welche Substrate eine RDase effektiv bearbeiten kann.

Forschungsziele

Das Ziel dieser Studie ist es zu verstehen, wie RDasen, insbesondere CfrA und DcrA, mit ihren Substraten interagieren und wie sie sich entwickelt haben, um verschiedene Chemikalien zu bevorzugen. Indem sie die Unterschiede in ihren Strukturen und den spezifischen Rückständen in ihren aktiven Zentren untersuchen, hoffen die Forscher herauszufinden, welche Aminosäuren am wichtigsten sind, um zu bestimmen, wie diese Enzyme ihre Substrate auswählen. Dieses Wissen könnte zu neuen Einsichten führen, um Umweltverschmutzungen effektiver zu beseitigen.

Materialien und Methoden

Die Forschung umfasste verschiedene Materialien, darunter Chemikalien und Bakterienstämme, die in Experimenten zur Testung der Enzymaktivität verwendet wurden. Die Wissenschaftler haben Plasmide konstruiert, die die Gene für die gewünschten RDasen und ihre Mutanten enthielten. Anschliessend führten sie diese Plasmide in Bakterienzellen ein.

Die Bakterien wurden unter bestimmten Bedingungen gezüchtet, um sicherzustellen, dass die Enzyme exprimiert werden konnten. Danach verwendeten die Forscher Techniken wie Nickel-Affinitätschromatographie, um die Enzyme für Tests zu reinigen.

Analyse der Enzymaktivität

Die Forscher testeten die Dechlorierungsaktivität der gereinigten Enzyme an verschiedenen Substraten, einschliesslich Chloroform, TCA und DCA. Die Reaktionen wurden unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle Änderungen in der Aktivität genau gemessen werden konnten. Die Fähigkeit des Enzyms, jedes Substrat abzubauen, wurde quantifiziert, und die Ergebnisse wurden in verschiedenen Formen dargestellt, um den Vergleich zu erleichtern.

Aktivitätsnormalisierung

Um die Unterschiede in der Art und Weise zu klären, wie jedes Enzym an verschiedenen Substraten wirkte, normalisierten die Forscher die Aktivitätsniveaus. Dies beinhaltete, die beobachteten Aktivitäten so zu skalieren, dass die höchste Aktivität jedes Enzyms auf eins gesetzt wurde. Diese Normalisierung erlaubte direkte visuelle Vergleiche, wie jedes Enzym mit den verschiedenen Chemikalien abschneidet.

Proteinmodelle und Vorhersagen

Neue Modelle von CfrA, DcrA und anderen verwandten Enzymen wurden mit fortschrittlicher Software erstellt. Diese Modelle halfen, zu visualisieren, wie die Enzyme möglicherweise mit ihren Substraten interagieren und ermöglichten es den Forschern, vorherzusagen, welche Aminosäuren die Aktivität der Enzyme beeinflussen könnten.

Die Forscher verwendeten Computer-Docking, um zu simulieren, wie die Wirkstoffe und Substrate in die aktiven Zentren der Enzyme passen würden. Diese Informationen halfen ihnen, potenzielle Interaktionsbereiche zu identifizieren, die entscheidend für die Funktionen der Enzyme sein könnten.

Ergebnisse und Erkenntnisse

Als die Forscher die aktiven Zentren von CfrA und DcrA verglichen, bemerkten sie, dass die Unterschiede hauptsächlich dort lagen, wo das Substrat bindet. Sie konzentrierten ihre Studie auf fünf spezifische Rückstände, die zwischen den beiden Enzymen variierten. Indem sie diese Rückstände zwischen CfrA und DcrA austauschten, konnten sie sehen, wie sich diese Veränderungen auf die Aktivitäten der Enzyme an verschiedenen Substraten auswirkten.

Die Mutanten, die mit diesen spezifischen Rückständen erstellt wurden, zeigten signifikante Veränderungen in ihrer Substratselektivität. Zum Beispiel, als einige Schlüsselrückstände ausgetauscht wurden, stieg die Aktivität von CfrA an DCA dramatisch an, während seine Aktivität an Trichlorethan abnahm.

Rolle spezifischer Rückstände

Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass nur wenige Schlüsselrückstände den grössten Einfluss auf die Fähigkeit des Enzyms hatten, mit den Substraten zu interagieren. Das impliziert, dass die Struktur des aktiven Zentrums eine entscheidende Rolle dabei spielt, welche Chemikalien die Bakterien effektiv abbauen können.

Die Forscher erkundeten auch, wie bestimmte Mutationen die bevorzugten Reaktionswege der Enzyme beeinflussten. Einige Mutanten zeigten beispielsweise einen Wechsel im Umgang mit 1,1,2-TCA, wobei das Produkt von einem Typ in einen anderen wechselte.

Diskussion über Substratpräferenzen

Die Ergebnisse gaben Einblicke, wie spezifische Rückstände im aktiven Zentrum nicht nur die Wahl des Substrats beeinflussen können, sondern auch die Wege, die Enzyme während des Abbauprozesses einschlagen. Die subtilen Veränderungen, die durch Mutationen eingeführt wurden, hoben die Bedeutung von sterischen Faktoren (dem physikalischen Raum, den Atome einnehmen) und chemischen Wechselwirkungen in der Enzymaktivität hervor.

Darüber hinaus scheinen diese Enzyme fein abgestimmt zu sein, um zwischen grösseren und kleineren Substraten auszuwählen. Die grösseren Enzyme erwiesen sich oft als spezifischer für grössere Moleküle und erlaubten weniger Flexibilität bei kleineren Substraten.

Fazit

Diese Studie beleuchtet die komplexen Abläufe der organohalide-atmenden Bakterien und ihrer Enzyme. Sie betont die Bedeutung spezifischer Aminosäuren im aktiven Zentrum der RDasen als entscheidende Faktoren für die Substratpräferenz. Die gewonnenen Erkenntnisse können unser Verständnis darüber verbessern, wie diese Bakterien für Bioremediation eingesetzt werden können, um giftige Substanzen aus der Umwelt zu entfernen.

Wenn die Wissenschaftler weiterhin die Details dieser Enzyme erkunden, können sie darauf hinarbeiten, bessere Methoden zur Reinigung verschmutzter Gebiete zu entwickeln und sicherere Umgebungen zu gewährleisten. Das Wissen darüber, wie man diese Enzyme massschneidern kann, um spezifische Schadstoffe anzugreifen, verspricht aufregende Entwicklungen im Bereich der Umweltwissenschaften.

Originalquelle

Titel: Deciphering Reductive Dehalogenase Specificity Through Targeted Mutagenesis of Chloroalkane Reductases

Zusammenfassung: Reductive dehalogenases (RDases) are essential in the anaerobic degradation of various organohalide contaminants. This family of enzymes has broad sequence diversity, but high structural conservation. There have been few studies assessing how RDase peptide sequences affect their substrate selectivity. Here we focus on two chloroalkane RDases, CfrA and DcrA, which have 95% protein sequence identity but have diverged to hold distinct substrate preferences. CfrA will dechlorinate chloroform and 1,1,1-trichloroethane, whilst DcrA will dechlorinate 1,1-dichloroethane. We mutated several residues in the active site of CfrA to investigate a change in substrate preference and to identify which wild-type residues contribute the most to substrate specialization. We determined that no individual residue solely dictates substrate discrimination, but both Y80W and F125W mutations were needed to force CfrA to prefer 1,1-dichloroethane as a substrate. This double mutation also altered the transformation pathway of 1,1,2-trichloroethane from hydrogenolysis (forms 1,2-dichloroethane) to dihaloelimination (forms vinyl chloride). We use predictive protein models and substrate docking to predict what interactions are made between the enzyme and substrate to aid in selection. The residues of significance identified in this study are consistent with those identified from chloroethene RDases, suggesting residue locations with a particularly high impact on activity. ImportanceReductive dehalogenases play an integral role in the removal of chlorinated solvents from the environment. These enzymes have specificity towards different chlorinated compounds, and it is known that small natural changes in their peptide sequence can change their activity drastically. How these specific sequence variations influence activity is largely unknown. In this study, we demonstrate that mutating a few residues within the active site of CfrA--a chloroform and trichloroethane-specific dehalogenase--changes its substrate preference to dichloroethane. We determine that only two mutations are needed to disrupt the native activity, underscoring the nuances in substrate-structure relationships in reductive dehalogenases. Though we are still far from predicting function from the sequence, this knowledge can give some insight into engineering reductive dehalogenases for new target contaminants.

Autoren: Elizabeth A. Edwards, K. J. Picott, C. Bowers

Letzte Aktualisierung: 2024-07-29 00:00:00

Sprache: English

Quell-URL: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.07.29.605694

Quell-PDF: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.07.29.605694.full.pdf

Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Änderungen: Diese Zusammenfassung wurde mit Unterstützung von AI erstellt und kann Ungenauigkeiten enthalten. Genaue Informationen entnehmen Sie bitte den hier verlinkten Originaldokumenten.

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