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# Physik# Materialwissenschaft

Neue Erkenntnisse zum Ladungsverhalten organischer Halbleiter

Forscher untersuchen die Ladungsbewegung in organischen Halbleitern für bessere thermoelektrische Materialien.

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Ladeverhalten inLadeverhalten inorganischen Halbleiternfür thermoelektrische Anwendungen.Eine Studie enthüllt neue Erkenntnisse
Inhaltsverzeichnis

Thermoelektrische Materialien sind spezielle Verbindungen, die Wärme in Elektrizität umwandeln können. Dieser Prozess ist effizient in Materialien, die eine hohe Fähigkeit haben, bei einem Temperaturunterschied zwischen ihnen Spannung zu erzeugen. Während dies bei Materialien aus Metallen und Keramiken allgemein verstanden wird, ist es bei organischen Halbleitern, die aus Kohlenstoff und anderen Elementen bestehen, weniger klar.

Organische Halbleiter haben einzigartige Eigenschaften, die sie schwierig zu studieren machen. Sie erfahren signifikante wärmebedingte Veränderungen in der Art und Weise, wie ihre elektronischen Teile verbunden sind, was zu Ladungen führt, die nicht auf einen kleinen Bereich beschränkt sind. Dies unterscheidet sich von herkömmlichen Materialien, bei denen die Ladungen leichter nachverfolgt werden können. Aus diesem Grund suchen Wissenschaftler nach neuen Wegen, um zu verstehen, wie sich Ladungen in diesen Materialien verhalten, wenn Wärme angewendet wird.

Untersuchung des Ladungsverhaltens in organischen Halbleitern

Kürzlich haben Forscher neue Computersimulationstechniken entwickelt, die es ihnen ermöglichen, zu beobachten, wie die elektrische Ladung in einem organischen Material bei unterschiedlichen Temperaturen bewegt. Durch die Nutzung dieser Simulationen können sie die feinen Details beobachten, wie sich die Ladungswelle von heissen zu kalten Bereichen innerhalb eines Materials bewegt. Sie entdeckten, dass die Ladung leichter zu den kühleren Bereichen wandert, was mit dem übereinstimmt, was sie in echten Experimenten beobachtet hatten.

Die Forschung zeigte auch einen signifikanten Einfluss der durch Wärme verursachten Unordnung. Wenn sich die Temperatur ändert, verschiebt sich die Anordnung der elektronischen Verbindungen im Material, wodurch mehr ladungstragende Zustände zugänglich werden. So kann die Ladung leichter zu kalten Bereichen fliessen, was zu einem elektrischen Strom führt.

Die Bedeutung von Temperaturgradienten

Wenn es innerhalb eines Materials einen Temperaturunterschied gibt, entsteht ein Temperaturgradient. Dies ist entscheidend in thermoelektrischen Materialien, da es die Bewegung von Ladungen verursacht. In diesem Zusammenhang konzentrierten sich die Forscher auf einen gut untersuchten organischen Halbleiter namens Rubren. Rubren hat vielversprechende Ergebnisse für Anwendungen in Geräten gezeigt, die Abwärme in nutzbare Energie umwandeln.

Der neuartige Ansatz, Computersimulationen mit Rubren zu verwenden, ermöglicht es Wissenschaftlern, zu verstehen, wie Temperatur die Ladungsmobilität beeinflusst. Durch die Simulation, wie Ladungsträger, die Partikel sind, die elektrische Ladung transportieren, sich in einem Temperaturgradient verhalten, gewinnen sie Einblicke in die Verbesserung der Effizienz dieser Materialien.

Aufbau eines Modells mit Computersimulationen

Die in dieser Forschung verwendeten Simulationsmethoden beinhalten mehrere Schritte, um zu modellieren, wie sich Ladungen in organischen Halbleitern bewegen. Die Forscher konstruierte ein virtuelles Modell von Rubren und konfigurierten es so, dass es sein reales Verhalten unter verschiedenen Temperaturbedingungen nachbildet. Dies umfasste die Anpassung des Modells, um zu berücksichtigen, wie sich das Material bei Erwärmung ausdehnt und wie sich die elektronischen Zustände bei unterschiedlichen Temperaturen ändern.

Die Simulationen ermöglichten es den Forschern, mehrere Szenarien durchzuführen, in denen sie beobachten konnten, wie sich die Ladung unter einem kontinuierlichen Temperaturunterschied verhält. Sie konzentrierten sich darauf, zu verstehen, wie sich die Ladungswelle verändert, während sie sich vom wärmeren Bereich in den kühleren Bereich bewegt.

Beobachtung der Ladungsbewegung

Die Studie fand ein klares Muster in der Ladungsbewegung. Als sich die Ladungswelle von heiss nach kalt bewegte, war es wahrscheinlicher, dass sie zu verfügbaren elektronischen Zuständen auf der kühleren Seite überging. Das bedeutete, dass der kalte Bereich eine höhere Dichte erreichbarer Zustände für die Ladung hatte, was es ihr ermöglichte, effizienter zu fliessen.

Darüber hinaus wiesen die Simulationen darauf hin, dass sich die Art und Weise, wie die Ladung im Material verteilt war, mit der Temperatur änderte. Bei höheren Temperaturen wurde die Wellenfunktion der Ladung lokalisierter, was bedeutete, dass die Ladung stärker auf bestimmte Bereiche beschränkt war. Dieses Verhalten ändert die Effizienz, mit der die Ladung durch das Material fliessen kann.

Analyse des Seebeck-Koeffizienten

Der Seebeck-Koeffizient ist ein wichtiger Wert, der hilft, zu quantifizieren, wie effektiv ein Material einen Temperaturunterschied in elektrische Spannung umwandeln kann. Die Forschung untersuchte, wie sich dieser Koeffizient mit Temperatur und Ladungsdichte in Rubren verändert.

Durch die Durchführung von Simulationen konnten die Forscher den Seebeck-Koeffizienten und seine Komponenten vorhersagen. Ihre Analyse zeigte, dass sich der Seebeck-Koeffizient mit steigender Temperatur änderte, bedingt durch den Einfluss thermischer Fluktuationen, die die Zugänglichkeit von Zuständen für die Ladung verändern.

Experimentelle Validierung

Um sicherzustellen, dass ihre Computersimulationen genau waren, führten die Forscher Experimente an echten Rubrenkristallen durch. Sie massen die Seebeck-Koeffizienten unter verschiedenen Bedingungen, ähnlich denen, die in ihren Simulationen dargestellt wurden. Die experimentellen Ergebnisse stimmten eng mit den vorhergesagten Werten aus den Simulationen überein, was die Validität ihres rechnerischen Ansatzes unterstützt.

Diese enge Korrelation bedeutet, dass die Simulationstechniken das Verhalten organischer Halbleiter in thermoelektrischen Anwendungen effektiv modellieren können.

Entwicklung besserer thermoelektrischer Materialien

Mit einem besseren Verständnis, wie Ladungsträger sich unter unterschiedlichen Temperaturen in organischen Halbleitern verhalten, können sich die Forscher nun auf die Verbesserung dieser Materialien für praktische Anwendungen konzentrieren. Die Studie eröffnet neue Wege, um die Eigenschaften organischer Halbleiter zu gestalten, um bessere Effizienzen in thermoelektrischen Geräten zu erreichen.

Die Forscher sind bestrebt, Variationen in der Materialzusammensetzung und -struktur zu erkunden, die den Seebeck-Koeffizienten weiter verbessern könnten. Die gewonnenen Erkenntnisse über das Verhalten von Ladungsträgern in Temperaturgradienten können Innovationen im Design zukünftiger thermoelektrischer Materialien vorantreiben.

Die Zukunft der thermoelektrischen Anwendungen

Die potenziellen Anwendungen effektiver thermoelektrischer Materialien sind vielfältig. Sie können in der Stromversorgung kleiner Geräte, Abwärmerückgewinnungssystemen und sogar in Kühltechnologien eingesetzt werden. Die Ergebnisse dieser Forschung tragen erheblich zum wachsenden Bereich der grünen Technologie und Energieeffizienz bei.

Während die Welt nachhaltige Energiealternativen sucht, wird es zunehmend entscheidend, zu verstehen, wie Wärme effektiv genutzt und in Elektrizität umgewandelt werden kann, durch verbesserte thermoelektrische Materialien. Fortgesetzte Forschung in diesem Bereich verspricht, noch mehr Möglichkeiten für organische Halbleiter im Energiesektor zu enthüllen.

Fazit

Die Studie von thermoelektrischen Materialien, insbesondere organischen Halbleitern, ist ein reichhaltiges und sich entwickelndes Feld. Jüngste Fortschritte in den Simulationstechniken haben neue Türen geöffnet, um zu verstehen, wie Temperatur das Ladungsverhalten beeinflusst. Durch die Erforschung dieser einzigartigen Materialien ebnen die Forscher den Weg zu innovativen Anwendungen, die helfen können, moderne Energieherausforderungen zu bewältigen. Die aus diesen Studien gewonnenen Erkenntnisse sind entscheidend, während wir auf eine nachhaltigere Energiezukunft zusteuern.

Originalquelle

Titel: Thermoelectric transport in molecular crystals driven by gradients of thermal electronic disorder

Zusammenfassung: Thermoelectric materials convert a temperature gradient into a voltage. This phenomenon is relatively well understood for inorganic materials, but much less so for organic semiconductors (OSs). These materials present a challenge because the strong thermal fluctuations of electronic coupling between the molecules result in partially delocalized charge carriers that cannot be treated with traditional theories for thermoelectricity. Here we develop a novel quantum dynamical simulation approach revealing in atomistic detail how the charge carrier wavefunction moves along a temperature gradient in an organic molecular crystal. We find that the wavefunction propagates from hot to cold in agreement with experiment and we obtain a Seebeck coefficient in good agreement with values obtained from experimental measurements that are also reported in this work. Detailed analysis of the dynamics reveals that the directional charge carrier motion is due to the gradient in thermal electronic disorder, more specifically in the spatial gradient of thermal fluctuations of electronic couplings. It causes an increase in the density of thermally accessible electronic states, the delocalization of states and the non-adiabatic coupling between states with decreasing temperature. As a result, the carrier wavefunction transitions with higher probability to a neighbouring electronic state towards the cold side compared to the hot side generating a thermoelectric current. Our dynamical perspective of thermoelectricity suggests that the temperature dependence of electronic disorder plays an important role in determining the magnitude of the Seebeck coefficient in this class of materials, opening new avenues for design of OSs with improved Seebeck coefficients.

Autoren: Jan Elsner, Yucheng Xu, Elliot D. Goldberg, Filip Ivanovic, Aaron Dines, Samuele Giannini, Henning Sirringhaus, Jochen Blumberger

Letzte Aktualisierung: 2024-06-26 00:00:00

Sprache: English

Quell-URL: https://arxiv.org/abs/2406.18785

Quell-PDF: https://arxiv.org/pdf/2406.18785

Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Änderungen: Diese Zusammenfassung wurde mit Unterstützung von AI erstellt und kann Ungenauigkeiten enthalten. Genaue Informationen entnehmen Sie bitte den hier verlinkten Originaldokumenten.

Vielen Dank an arxiv für die Nutzung seiner Open-Access-Interoperabilität.

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