Bewertung von Apixaban und Warfarin bei der Behandlung von AF
Studie vergleicht die Ergebnisse von Apixaban und Warfarin bei Patienten mit Vorhofflimmern.
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Inhaltsverzeichnis
Vorhofflimmern (AF) ist eine häufige Herzkrankheit, die den Herzschlag beeinflusst. Es betrifft etwa 3,3 % der Erwachsenen im UK, die 35 Jahre oder älter sind. Leute mit AF haben ein viel höheres Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen – fünfmal höher als diejenigen ohne AF. Schätzungsweise sind rund 25 % aller Schlaganfälle durch AF verursacht. Patienten, die während AF einen Schlaganfall erleiden, haben oft höhere Chancen zu sterben, gesundheitliche Probleme zu haben oder länger im Krankenhaus bleiben zu müssen als diejenigen ohne AF.
Behandlungsoptionen für AF
Um das Risiko eines Schlaganfalls bei Menschen mit AF zu reduzieren, empfehlen Ärzte oft Medikamente, die als orale Antikoagulanzien (OACs) bezeichnet werden. Eine Art von OACs, die als direkte orale Antikoagulanzien (DOACs) bekannt ist, wurde 2012 im UK verfügbar. Damit hatten Patienten und Ärzte neue Optionen, neben einer älteren Klasse von OACs, den Vitamin-K-Antagonisten (VKAs), wie Warfarin, das seit über 60 Jahren verwendet wird.
Warfarin erfordert regelmässige Blutuntersuchungen, um einen Wert namens international normalized ratio (INR) zu überwachen. Das hilft sicherzustellen, dass die Patienten im sicheren und effektiven Bereich für ihre Behandlung bleiben. Wenn die INR-Werte der Patienten nicht im richtigen Bereich sind, müssen sie möglicherweise ihre Medikamentendosierung anpassen. Ein Mass namens Zeit im therapeutischen Bereich (TTR) hilft zu bestimmen, wie gut die Patienten mit Warfarin eingestellt sind. Ein TTR von 0,75 oder höher gilt normalerweise als gute Einstellung und zeigt an, dass der Patient die meiste Zeit im angestrebten INR-Bereich verbringt.
Wichtige Studien zu Apixaban
Eine wichtige Studie, genannt ARISTOTLE, untersuchte ein DOAC namens Apixaban und verglich es mit Warfarin zur Vorbeugung von Schlaganfällen und anderen schweren Ereignissen bei Patienten mit AF. Diese Studie zeigte, dass Apixaban effektiver als Warfarin zur Verhinderung von Schlaganfällen war und ein besseres Sicherheitsprofil hatte, was bedeutete, dass weniger schwere Blutungen auftraten.
Eine weitere Analyse der Ergebnisse aus ARISTOTLE deutete darauf hin, dass der Erfolg von Apixaban davon abhängen könnte, wie gut das Warfarin bei den Patienten eingestellt war. Im UK stellten Experten fest, dass Patienten, die im ARISTOTLE-Studie Warfarin einnahmen, einen niedrigeren TTR hatten als normalerweise in der Praxis im UK zu beobachten ist.
Evidenz aus der Praxis und ihre Bedeutung
Die Behandlungspläne für DOACs basieren auf Daten aus verschiedenen Studien, aber viele dieser Studien lassen bestimmte Patientengruppen, wie solche mit hohem Blutungsrisiko oder ernsthaften anderen Gesundheitszuständen, oft aus. Während es frühere Studien zur Wirksamkeit von DOACs mit realen Daten gab, ist nicht immer klar, ob die Methoden, die in diesen Studien verwendet wurden, die möglichen Verzerrungen berücksichtigt haben, die auftreten können, wenn die Behandlungen nicht zufällig zugewiesen werden.
Um dies anzugehen, können Forscher eine Methode namens Studienemulation verwenden. Das bedeutet, dass sie eine zuvor durchgeführte klinische Studie als Modell nutzen, um neue Beobachtungsstudien zu entwerfen und zu benchmarken. Auf diese Weise können Forscher besser abschätzen, wie effektiv Behandlungen in Gruppen von Patienten sein könnten, die nicht in der ursprünglichen Studie eingeschlossen waren, wie beispielsweise ältere Patienten oder solche, die ein höheres Risiko für Nebenwirkungen haben.
Ziel der Studie
Diese Studie hatte drei Ziele:
- Eine Patientengruppe zu erstellen, die der in der ARISTOTLE-Studie ähnelt, basierend auf Daten aus den Gesundheitsakten im UK.
- Die Ergebnisse dieser neuen Patientengruppe mit den Ergebnissen der ursprünglichen ARISTOTLE-Studie zu vergleichen.
- Zu untersuchen, ob die Wirksamkeit von Apixaban in der realen klinischen Praxis davon abhängt, wie gut die Warfarin-Therapie verwaltet wird.
Studiendesign und Datenquellen
Diese Studie verwendete Daten aus dem UK Clinical Practice Research Datalink (CPRD), der Informationen von vielen Hausarztpraxen umfasst, die etwa 13 % der Bevölkerung in England abdecken. Die gesammelten Informationen beinhalten klinische Diagnosen, Verschreibungen, Überweisungen, Tests und verschiedene Lebensstilfaktoren.
Die ARISTOTLE-Studie war eine bedeutende Studie, die 2011 abgeschlossen wurde und 18.201 Patienten mit AF einbezog. Die Studie verglich Apixaban mit Warfarin zur Vorbeugung von Schlaganfällen. Sie war darauf ausgelegt zu testen, ob Apixaban zumindest so gut wie Warfarin bei der Verhinderung von Schlaganfällen war. Die ursprüngliche Studie fand heraus, dass Apixaban tatsächlich besser bei der Verhinderung von Schlaganfällen war und ein geringeres Risiko für schwere Blutungen hatte.
Methodik der Patientenauswahl
Um eine Gruppe von Patienten im CPRD zu finden, die der in ARISTOTLE ähnelt, wendeten die Forscher zunächst die Eignungskriterien der ursprünglichen Studie an, um Patienten mit AF zu identifizieren, die für den Vergleich geeignet waren. Dazu gehörten Patienten, die neu bei Warfarin waren, sowie solche, die es bereits einnahmen.
Dann schauten sie sich spezifische Merkmale der Patienten an, wie das Vorhandensein von Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfallgeschichte, Nierenfunktion und frühere Warfarin-Nutzung. Indem sie Patienten im CPRD mit denen aus ARISTOTLE basierend auf diesen Merkmalen abglichen, wollten die Forscher eine gut ausbalancierte Gruppe für den Vergleich schaffen.
Ergebnisse der Studie
Die endgültige abgeglichene Gruppe umfasste 8.846 Patienten, die Apixaban einnahmen, und 8.846 Patienten, die Warfarin einnahmen. Das Hauptaugenmerk lag auf der Rate von Schlaganfällen und systemischen Embolien in diesen Gruppen. Die Analyse zeigte, dass das Risiko für Schlaganfälle oder Embolien in der Gruppe, die Apixaban einnahm, mit dem der Gruppe, die Warfarin einnahm, vergleichbar war. Allerdings zeigte Apixaban nicht die überlegene Wirksamkeit, wie in der früheren ARISTOTLE-Studie gesehen.
Wenn man die allgemeine Patientenerfahrung betrachtet, hatten diejenigen, die gut mit Warfarin eingestellt waren, bessere Ergebnisse als die, die Apixaban einnahmen. Bei Patienten, die mit Warfarin nicht gut eingestellt waren, zeigte Apixaban ähnliche Ergebnisse.
Sicherheitsbefunde
In Bezug auf die Sicherheit fand die Studie heraus, dass Patienten, die Apixaban einnahmen, ein geringeres Risiko für schwere Blutungen hatten als diejenigen, die Warfarin einnahmen. Allerdings war dieser Vorteil bei Patienten, die gut mit Warfarin behandelt wurden, weniger ausgeprägt. Tatsächlich erlebten Patienten mit guter Warfarin-Einstellung ein höheres Risiko für Blutungen im Vergleich zu denen, die Apixaban einnahmen.
Einflussfaktoren auf die Ergebnisse
Die Studie untersuchte auch die Qualität der Warfarin-Behandlung in der CPRD-Gruppe. Sie fanden heraus, dass die Zeit, die Patienten im therapeutischen INR-Bereich verbrachten, höher war als das, was in der ursprünglichen ARISTOTLE-Studie beobachtet wurde. Das bedeutet, dass Patienten im UK tendenziell besser mit Warfarin behandelt wurden als diejenigen, die an ARISTOTLE teilnahmen.
Darüber hinaus bemerkten sie, dass etwa 10 % der Patienten, die Apixaban verschrieben bekamen, möglicherweise die reduzierte Dosis ohne die notwendigen Kriterien erhalten haben. Das wirft Bedenken auf, ob einige Patienten richtig behandelt wurden.
Fazit
Diese Studie hebt hervor, wie die Anwendung von Methoden aus klinischen Studien auf routinemässige Gesundheitsdaten wertvolle Einblicke geben kann. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Apixaban zwar effektiv zur Verhinderung von Schlaganfällen bei Patienten mit AF ist, die Handhabung von Warfarin jedoch eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der Ergebnisse spielt.
Insgesamt zeigt es, dass für einige Patienten, die gut mit Warfarin eingestellt sind, es möglicherweise besser ist, bei der aktuellen Behandlung zu bleiben, als auf ein DOAC wie Apixaban umzusteigen. Diese Ergebnisse betonen die Bedeutung einer individualisierten Behandlungsansätze, basierend darauf, wie gut Patienten ihre Antikoagulationstherapie verwalten.
Titel: Comparison of oral anticoagulants for stroke prevention in atrial fibrillation using the UK Clinical Practice Research Datalink Aurum: A reference trial (ARISTOTLE) emulation study
Zusammenfassung: BackgroundStroke prevention treatment guidance for patients with atrial fibrillation (AF) uses evidence generated from randomised controlled trials (RCTs). However, applicability to patient groups excluded from trials remains unknown. Real-world patient data provides an opportunity to evaluate outcomes in a trial analogous population of direct oral anticoagulants (DOACs) users and in patients otherwise excluded from RCTs, however there remains uncertainty on the validity of the methods and suitability of the data. Successful reference trial emulation can support the generation of evidence around treatment effects in groups excluded or underrepresented in the original trials. We used linked UK primary care data to investigate whether we could emulate the pivotal ARISTOTLE trial (apixaban vs warfarin) and extend the analysis to investigate the impact of warfarin time in therapeutic range (TTR) on results. Methods and findingsPatients with AF in a UK primary care database Clinical Practice Research Datalink (CPRD Aurum) prescribed apixaban or warfarin from 1 Jan 2013 to 31 Jul 2019 were selected. ARISTOTLE eligibility criteria were applied to this population and matched to the RCT apixaban arm on baseline characteristics creating a trial-analogous apixaban cohort; this was propensity-score matched to warfarin users in the CPRD Aurum. ARISTOTLE outcomes were assessed using Cox proportional hazards regression stratified by prior warfarin exposure status during 2.5 years of patient follow-up and results benchmarked against the trial results before treatment effectiveness was further evaluated based on (warfarin) time in therapeutic range (TTR). The analysis sample comprised 8734 apixaban users and propensity-score matched 8734 warfarin users in CPRD. Results [Hazard Ratio (95% Confidence Interval)] confirmed apixaban non-inferiority for stroke or systemic embolism (SE) [CPRD 0.98 (0.82,1.19) vs trial 0.79 (0.66,0.95)] and death from any cause [CPRD 1.03 (0.93,1.14) vs trial 0.89 (0.80,0.998)] but did not indicate apixaban superiority. Absolute event rates for Stroke/SE were similar for apixaban in CPRD Aurum and ARISTOTLE (1.27%/year) whereas a lower event rate was observed for warfarin (CPRD Aurum 1.29%/year, ARISTOTLE 1.60%/year) Analysis by TTR suggested non-inferiority of apixaban in those with TTR < 0.75 [Stroke/SE 0.94 (0.75,1.19), all-cause death 0.99 (0.87,1.12)]. However, apixaban was associated with increased hazards compared with well-controlled warfarin treatment (TTR [≥] 0.75) [Stroke/SE 1.49 (1.13,1.97), all-cause death 1.75 (1.49,2.06)]. The main limitation of the studys methodology are the risk of residual confounding, channelling bias and attrition bias in the warfarin arm. ConclusionsAnalysis of non-interventional data generated results demonstrating non-inferiority of apixaban vs warfarin consistent with the pre-specified benchmarking criteria. Unlike in ARISTOTLE superiority of apixaban vs warfarin was not seen which may be linked to the lower proportion of Asian patients and higher proportion of patients with well-controlled warfarin compared to ARISTOTLE. The methodological template developed can be used to investigate treatment effects of oral anticoagulants in patient groups excluded from or under-represented in trials and also provides a framework which can be adapted to investigate treatment effects for other conditions. AUTHOR SUMMARYO_ST_ABSWhy Was This Study Done?C_ST_ABSO_LIStroke prevention treatment guidelines for patients with atrial fibrillation (AF) are based on results from randomised controlled trials (RCTs), we do not know if these results are relevant to patients that would not have been eligible to be included in the RCTs. C_LIO_LIThis study used routinely collected health data from the UK to emulate an RCT that compared apixaban to warfarin, ARISTOTLE, and also looked at whether the benefit of apixban compared with warfarin was impacted by the quality of warfarin therapy (measured by time in therapeutic range, TTR). C_LIO_LIEmulating an RCT for stroke prevention in patients with AF should help to understand how transferable RCT results are to real-world practices and whether this methodological approach can help to improve treatment options and outcomes for patient groups currently underrepresented in clinical trials. C_LI What Did the Researchers Do and Find?O_LIThe researchers looked at patients with AF in a UK primary care data prescribed apixaban or warfarin and applied a "reference trial emulation" approach, in which the ARISTOTLE trial eligibility, selection and analysis approaches were applied to UK primary care data and results benchmarked against those of ARISTOTLE. C_LIO_LIPatients prescribed apixaban had similar rates of outcomes to those prescribed warfarin in our cohort and our results were successfully benchmarked against ARISTOTLE. Unlike ARISTOTLE we did not see superiority of apixaban vs warfarin [Hazard ratio (95% confidence interval)] for time to stroke or systemic embolism: 0.98 (0.82,1.19) in our cohort vs 0.79 (0.66,0.95) in ARISTOTLE. C_LIO_LIWe also found the benefit of apixaban vs warfarin differed depending on the quality of warfarin therapy with apixaban superior to poorly controlled warfarin therapy (TTR < 0.75) [Stroke/SE 0.94 (0.75,1.19), Death 0.99 (0.87,1.12)] whereas apixaban was not superior to well-controlled warfarin (TTR [≥] 0.75) [Stroke/SE 1.49 (1.13,1.97), Death 1.75 (1.49,2.06)]. C_LI What Do These Findings Mean?O_LIur results support the NICE guidelines on selecting treatment for stroke prevention in patients with AF and also provide reassurance on continuing warfarin in patients with high TTR. C_LIO_LIcan use UK primary health care data to emulate a reference trial of treatments for the prevention of stroke in AF. C_LIO_LIcan use the data and methods to look at how well treatments work in patients that would not have been included in RCTs such as those with multimorbidity or patient groups under-represented in RCTs such as ethnic minority groups and older patients. C_LIO_LIlimitations include the possibility of residual confounding, a risk patients doing well on warfarin were over-represented in our cohort, and a lower proportion of Asian participants in our cohort compared with ARISTOTLE. C_LI
Autoren: Emma Maud Powell, U. Gungabissoon, J. Tazare, L. Smeeth, P. J. Baptiste, T. M. Bin Hammad, A. Y. Wong, I. J. Douglas, K. Wing
Letzte Aktualisierung: 2024-03-19 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2024.03.18.24304452
Quell-PDF: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2024.03.18.24304452.full.pdf
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
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