Neue Einblicke in die Genetik von Hunden
Aktuelle Genomstudien zeigen erhebliche genetische Unterschiede zwischen Hunderassen.
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Inhaltsverzeichnis
- Fortschritte in der Sequenzierungstechnologie
- Das Problem der Referenzverzerrung
- Die Einführung der Long-Read-Sequenzierung
- Das mCanLor1.2-Genom
- Daten mit neuen Referenzgenomen erneut analysieren
- Vergleich der Genomassemblierungen
- Identifizierung genetischer Varianten
- Auswirkungen auf die Genetik von Rassen und Dorfhunden
- Schätzung der Bevölkerungsentwicklung
- Die Rolle der Genomanalyse beim Verständnis der Hundegenetik
- Vorteile der Verwendung des mCanLor1.2-Referenzgenoms
- Fazit
- Originalquelle
- Referenz Links
Seit vielen Jahren nutzen Forscher, die sich mit der Genetik von Hunden beschäftigen, ein Referenzgenom basierend auf einem Boxer-Hund namens Tasha. Dieses Referenzgenom wurde mit älteren Sequenzierungsmethoden erstellt, hat aber geholfen, Gene zu identifizieren und genetische Unterschiede zwischen verschiedenen Hunderassen zu verstehen. Im Laufe der Zeit wurden Verbesserungen an diesem Genom vorgenommen, und es wurde zum Standard für die genetische Forschung bei Hunden.
Fortschritte in der Sequenzierungstechnologie
Mit den Fortschritten in der Sequenzierungstechnologie wurden mehr Hunde-Genome sequenziert und mit dem Genome des Boxers verglichen. Dazu gehörte auch alte DNA, was zu einem besseren Verständnis der Abstammung von Hunden führte. Allerdings kann die Nutzung eines einzigen Referenzgenoms zu Verzerrungen in der Forschung führen. Das bedeutet, dass die Ergebnisse je nachdem, welches Genom als Referenz verwendet wird, unterschiedlich ausfallen können.
Das Problem der Referenzverzerrung
Forscher haben herausgefunden, dass die Abhängigkeit von einer Referenz Studien zur genetischen Variation beeinflussen kann. Zum Beispiel können beim Einsatz von Short-Read-Daten aus alter DNA oder RNA-Sequenzen bestimmte Verzerrungen auftreten. Eine frühere Studie konzentrierte sich auf ein schwedisches Wolfgenom, aber es war fragmentiert und erfasste nicht alle Merkmale des Hundegenoms. Eine erneute Analyse der vorhandenen Daten mit diesem Wolfgenom zeigte einige Ähnlichkeiten zum Boxer-Derivaten-Genom, aber es gab Unterschiede in der beobachteten genetischen Vielfalt.
Die Einführung der Long-Read-Sequenzierung
Die Entwicklung von Long-Read-Sequenzierungstechnologien hat die Art und Weise verändert, wie Genome zusammengesetzt werden. Hochwertige Referenzassemblierungen wurden aus verschiedenen Hunderassen erstellt. Das hat es den Forschern ermöglicht, neue Genmerkmale zu sehen, die im ursprünglichen auf dem Boxer basierenden Genom nicht vorhanden sind. In neueren Studien wurde eine umfassende Analyse der genetischen Variation bei Hunden durchgeführt, wobei ein neues Referenzgenom basierend auf einem Deutschen Schäferhund verwendet wurde. Diese Analyse ist die grösste ihrer Art und umfasst eine vielfältige Auswahl an Hunden und Wölfen.
Das mCanLor1.2-Genom
Unter den neuen Long-Read-Genomen ist eine Referenzassemblierung abgeleitet von einem Grönlandwolf. Dieses Genom wurde mit fortschrittlichen Sequenzierungstechniken erstellt, was zu einer hochwertigen Assemblierung führt, die bessere Vergleiche und ein besseres Verständnis der Hundegenetik ermöglicht. Der Grönlandwolf bietet eine wichtige Perspektive, da er als Aussengruppe im Verhältnis zu domestizierten Hunden dient.
Daten mit neuen Referenzgenomen erneut analysieren
Diese Studie nutzt aktuelle rechnerische Fortschritte, um Sequenzierungsdaten von einer grossen Anzahl von Hunden und Wölfen unter Verwendung des Grönlandwolf-Genoms als Referenz erneut zu betrachten. Das Ziel ist es, die Qualität des neuen Referenzgenoms mit dem vorherigen Standard zu vergleichen und die genetischen Unterschiede in den untersuchten Proben zu analysieren.
Vergleich der Genomassemblierungen
Der Vergleich zwischen dem Grönlandwolf-Referenzgenom und dem vorherigen Deutschen Schäferhund-Referenzgenom zeigt, dass die neue Assemblierung vollständiger und kontinuierlicher ist. Es wird jedoch auch deutlich, dass einige Chromosomen im Wolfgenom anders orientiert sind im Vergleich zum Deutschen Schäferhund-Genom. Die Analyse identifizierte Lücken im Deutschen Schäferhund-Genom, die im Wolfgenom erfasst wurden, und verdeutlicht damit, wie die Verwendung verschiedener Referenzen neue genetische Informationen offenbaren kann.
Identifizierung genetischer Varianten
Mit leistungsstarken rechnerischen Tools haben die Forscher die Genomdaten von 1.929 Hunden und Wölfen mit dem Grönlandwolf-Referenzgenom ausgerichtet. Sie fanden eine signifikante Anzahl genetischer Varianten im Vergleich zum vorherigen Referenzgenom. Dazu gehörten Einzel-Nukleotid-Varianten und kurze Einspritzungen oder Löschungen. Die Gesamtzahl der genetischen Unterschiede variierte stark je nachdem, welches Referenzgenom verwendet wurde.
Auswirkungen auf die Genetik von Rassen und Dorfhunden
Die Analyse zeigt, dass bei der Verwendung des Grönlandwolf-Genoms die Unterschiede zwischen Hunderassen und Dorfhunden konsistenter sind. Das deutet darauf hin, dass die Wahl der Referenz einen signifikanten Einfluss auf die wahrgenommene genetische Vielfalt innerhalb und zwischen Hundepopulationen haben kann. Trotz der Unterschiede in der Anzahl der gefundenen Varianten blieben die Muster genetischer Beziehungen zwischen den Rassen ähnlich.
Schätzung der Bevölkerungsentwicklung
Mit dem Grönlandwolf-Genom schätzten die Forscher die Veränderungen der Populationsgrösse von Dorfhunden und Wölfen über die Zeit. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Populationen bis vor etwa 100.000 Jahren keine ähnlichen Trends in der Populationsgrösse hatten, was mit Ergebnissen aus Studien zur alten DNA übereinstimmt. Die Analyse zeigte signifikante Rückgänge in der Populationsgrösse von Dorfhunden vor etwa 20.000 bis 40.000 Jahren, wahrscheinlich im Zusammenhang mit Prozessen der Domestikation.
Die Rolle der Genomanalyse beim Verständnis der Hundegenetik
Mit den neuen Technologien und Ansätzen sind die Forscher jetzt in der Lage, detailliertere Analysen der genetischen Variation bei Hunden durchzuführen. Das kann helfen, die Auswirkungen der Domestikation zu verstehen und die genetische Abstammung sowohl von Hunden als auch von Wölfen zu verfolgen. Durch die Verwendung einer geeigneten Aussengruppe als Referenz können die Forscher ein klareres Bild von genetischen Beziehungen und Variationen bei Hunden erhalten.
Vorteile der Verwendung des mCanLor1.2-Referenzgenoms
Die Verwendung des Grönlandwolf-Genoms als Referenz bietet eine genauere Darstellung der Hundegenetik. Es ermöglicht ein Verständnis der gemeinsamen Merkmale und Unterschiede zwischen domestizierten Hunden und ihren wilden Vorfahren. Die Fähigkeit, Daten mit grösserer Präzision zu analysieren, kann zu neuen Erkenntnissen über die Evolution von Hunden und die Entwicklung von Rassen führen.
Fazit
Die Fortschritte in der Genom-Sequenzierung und Analysetechniken haben neue Möglichkeiten für die Forschung zum Hunden-Genom eröffnet. Durch die erneute Betrachtung vorhandener Daten mit hochwertigen Referenzgenomen wie dem Grönlandwolf haben die Forscher ein tieferes Verständnis der genetischen Landschaft von Hunden und deren Evolution gewonnen. Diese Forschung informiert uns nicht nur über Hunde, sondern hebt auch die Bedeutung hervor, geeignete Referenzen in genetischen Studien zu verwenden, um Verzerrungen zu vermeiden und eine grössere Genauigkeit zu erreichen. Mit weiteren Fortschritten wird das Feld wahrscheinlich noch faszinierende Einblicke in die Genetik unserer Hundebegleiter entdecken.
Titel: A map of canine sequence variation relative to a Greenland wolf outgroup
Zusammenfassung: For over 15 years, canine genetics research relied on a reference assembly from a Boxer breed dog named Tasha (i.e., canFam3.1). Recent advances in long-read sequencing and genome assembly have led to the development of numerous high-quality assemblies from diverse canines. These assemblies represent notable improvements in completeness, contiguity, and the representation of gene promoters and gene models. Although genome graph and pan-genome approaches have promise, most genetic analyses in canines rely upon the mapping of Illumina sequencing reads to a single reference. The Dog10K consortium, and others, have generated deep catalogs of genetic variation through an alignment of Illumina sequencing reads to a reference genome obtained from a German Shepherd Dog named Mischka (i.e., canFam4, UU_Cfam_GSD_1.0). However, alignment to a breed-derived genome may introduce bias in genotype calling across samples. Since the use of an outgroup reference genome may remove this effect, we have reprocessed 1,929 samples analyzed by the Dog10K consortium using a Greenland wolf (mCanLor1.2) as the reference. We efficiently performed remapping and variant calling using a GPU-implementation of common analysis tools. The resulting call set removes the variability in genetic differences seen across samples and breed relationships revealed by principal component analysis are not affected by the choice of reference genome. Using this sequence data, we inferred the history of population sizes and found that village dog populations experienced a 9-13 fold reduction in historic effective population size relative to wolves.
Autoren: Jeffrey M Kidd, A. Nguyen, P. Z. Schall
Letzte Aktualisierung: 2024-07-24 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.06.03.597150
Quell-PDF: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.06.03.597150.full.pdf
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
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