Die Auswirkungen von Peer-Assessment im Online-Lernen
Untersuchen, wie Schülerbeziehungen die Genauigkeit der Peer-Bewertung beeinflussen.
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Inhaltsverzeichnis
Peer-Assessment ist in der Bildung ziemlich beliebt geworden, um Schüler zu bewerten. Es entlastet die Lehrer und gibt den Schülern die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Während frühere Forschungen gute Ergebnisse in Sachen Genauigkeit und Fairness zeigen, ist mehr Forschung nötig, um herauszufinden, wie Freundschaften zwischen Schülern die Noten, die sie in Online-Kursen vergeben, beeinflussen.
Kürzlich wurde ein Moodle-Plugin entwickelt, um Peer-Assessment in Foren zu ermöglichen. Das wurde in einem Masterkurs getestet. Die Ergebnisse zeigten, dass Peer-Bewertungen im Allgemeinen zuverlässig und fair sind, besonders wenn mindestens drei Bewertungen abgegeben werden. Allerdings neigten die Schüler dazu, etwas höhere Noten zu vergeben. Besonders auffällig war, dass Schüler, die einen Mitschüler nicht mochten, tendenziell niedrigere Noten vergaben als solche, die eine positive Beziehung zu der Person hatten, die sie bewerteten. Glücklicherweise hatte das nur wenig Einfluss auf die Gesamtbewertung, die aus den Peer-Bewertungen berechnet wurde.
Diese Erkenntnisse unterstützen die Idee, dass Peer-Assessment traditionelle Notenvergabe in Online-Kursen ersetzen könnte, wo sich die Schüler gut kennen.
Der Aufstieg des Peer-Assessment
Peer-Assessment wird immer beliebter als Alternative zum herkömmlichen Bewertungsprozess für Schüler. Frühere Studien haben gezeigt, dass diese Methode Ergebnisse liefern kann, die denen von Lehrern in Bezug auf Bewertungsgenauigkeit und Fairness ähneln. Da Online-Kurse, insbesondere massive Open Online Courses (MOOCs), immer häufiger werden, wächst auch die Popularität des Peer-Assessments. Die traditionelle Methode, bei der Lehrer jede Aufgabe bewerten, ist in grösseren Klassen oft unpraktisch wegen des Zeitaufwands.
In den meisten Online-Kursen haben Schüler keine Möglichkeit, einander kennenzulernen. Allerdings hat der Wechsel zum Online-Lernen während der COVID-19-Pandemie einigen Schülern ermöglicht, ausserhalb des Klassenzimmers zu interagieren, was zu Peer-Assessment in diesen neuen Umgebungen führte. Forscher sollten berücksichtigen, wie die sozialen Dynamiken zwischen Schülern die Noten, die während Peer-Assessments vergeben werden, beeinflussen können, insbesondere wenn Schüler bereits vorherige Beziehungen haben.
Peer-Assessment ist grundsätzlich eine soziale Aktivität, die Vertrauen unter den Teilnehmern erfordert. Einige argumentieren, dass die Anonymität von Bewertungen, sei es einseitig oder zweiseitig, helfen kann, Vorurteile, die aus Freundschaftsdynamiken resultieren, zu reduzieren. Allerdings haben Studien zur Anonymität gemischte Ergebnisse produziert.
Forschungen zeigen, dass Anonymität ehrlicheres Feedback fördern und den Druck, den Schüler empfinden, reduzieren kann. Andererseits deuten einige Meta-Analysen darauf hin, dass das Wissen darüber, wer bewertet, zu genaueren Bewertungen im Vergleich zu Lehrerbewertungen führen kann. Diese gemischten Ergebnisse zeigen, wie komplex Peer-Assessment ist, und es könnte nicht immer vorteilhaft sein, Identitäten in diesen Situationen zu verbergen.
Eine andere Perspektive legt nahe, dass klare Kriterien und Schulungen für Peer-Assessment helfen könnten, Vorurteile aus Schülerbeziehungen zu reduzieren. Während einige Studien den Einfluss sozialer Bindungen auf die Notenvergabe untersucht haben, gibt es noch nicht genug solide Beweise, um zu zeigen, ob das Bereitstellen von Werkzeugen wie Bewertungsrichtlinien und Schulungen bei diesem Problem helfen kann.
Forschungsmethodik
Um zu erkunden, wie persönliche Beziehungen zwischen Schülern Peer-Bewertungen beeinflussen, wurde eine Methode mit einem Kurs namens Multimedia Content Production (MCP) verwendet. Dieser Kurs gehört zu einem Masterprogramm in Informationssystemen und Computertechnik und nutzt Moodle als virtuelle Lernumgebung. Die Schüler können auf alle notwendigen Kursmaterialien zugreifen, Themen diskutieren und Aufgaben zur Bewertung einreichen.
In einem typischen Semester nehmen die Schüler an Vorlesungen und Laboren teil, obwohl der Kurs während der Pandemie online durchgeführt wurde. Die Schüler arbeiten während des Semesters an verschiedenen Multimedia-Projekten. Diese Projekte reichen sie zur Bewertung durch Professoren und Peer-Bewertungen ein. Ziel war es, zu sehen, wie gut Peer-Assessment gegen traditionelle Methoden abschneidet.
Für die Peer-Assessment-Aktivität wurden die Schüler gebeten, Mitschüler zu identifizieren, die sie mochten und nicht mochten. Diese Informationen halfen dabei, zu bestimmen, wer die Arbeiten jedes Schülers bewerten würde. Das System war so gestaltet, dass Schüler sowohl Arbeiten von Freunden als auch von neutralen Mitschülern bewerten, um eine ausgewogene Perspektive zu bieten.
Bevor sie die Arbeiten ihrer Mitschüler bewerteten, mussten die Schüler eine Schulung durchlaufen, die erklärte, wie man Einreichungen anhand der bereitgestellten Kriterien bewertet. Das stellte sicher, dass alle Schüler mit dem gleichen Wissensstand in die Notenvergabe gingen.
Sobald ein Peer-Assessment zugewiesen wurde, hatten die Schüler 48 Stunden Zeit, um die Arbeiten ihrer Mitschüler zu bewerten. Die Professoren überprüften ebenfalls die Einreichungen und gaben Feedback.
Daten wurden während des Semesters gesammelt, einschliesslich Meinungen zum Peer-Assessment-Prozess. Die Schüler bewerteten verschiedene Aspekte der Peer-Bewertung, einschliesslich ihrer Fairness und Nützlichkeit, und wiesen auch darauf hin, welchen Einfluss sie dachten, dass ihre Beziehungen auf die vergebenen Noten hatten.
Datenanalyse und Ergebnisse
Mehrere wichtige Aspekte wurden analysiert, um die Effektivität des Peer-Assessments zu messen. Ein Hauptfokus lag auf der Fairness, die beschreibt, wie konsistent Schüler Noten vergeben, wenn sie dieselbe Arbeit bewerten. Durch die Untersuchung des Übereinstimmens unter den Schülern wollte die Forschung die Zuverlässigkeit im Bewertungsprozess herstellen.
Die Analyse zeigte, dass die Fairness mit der Anzahl der Peer-Bewertungen zunahm. Idealerweise sorgt das Vorhandensein von drei oder mehr Bewertungen für eine verlässlichere Endnote als sich nur auf ein oder zwei zu verlassen.
Die Genauigkeit des Peer-Assessments wurde bewertet, indem die Peer-Noten mit denen der Professoren verglichen wurden. Dieser Vergleich ist wichtig, da er validiert, ob die von den Mitschülern vergebenen Noten die Qualität der Arbeit widerspiegeln. Die Ergebnisse deuteten auf eine positive Korrelation zwischen den Peer-Noten und den von den Professoren vergebenen Noten hin, was darauf hindeutet, dass Schüler in der Lage sind, die Arbeiten ihrer Mitschüler effektiv zu bewerten.
Zudem wurde festgestellt, dass Schüler im Allgemeinen höhere Noten vergaben als die Professoren. Dieser Trend war besonders auffällig bei Beiträgen mit niedrigeren Punktzahlen, bei denen Schüler tendenziell positivere Bewertungen abgaben als erwartet. Insgesamt stimmten die Schüler eher mit den Professoren überein, wenn die Einreichungen positiv bewertet wurden.
Forschungen zu den Beziehungen zwischen Schülern zeigten, dass diejenigen, die freundschaftliche Verbindungen zu der bewerteten Person hatten, oft höhere Noten vergaben. Allerdings waren die Unterschiede gering und hatten keinen nennenswerten Einfluss auf den gesamten Bewertungsprozess.
Feedback der Schüler
Am Ende des Semesters hatten die Schüler die Möglichkeit, ihre Gedanken zum Peer-Assessment-Prozess zu teilen. Ihr Feedback war wertvoll, um zu verstehen, wie sie die Effektivität des Peer-Assessments und den Einfluss ihrer sozialen Beziehungen auf ihre Bewertungsaktivitäten wahrnahmen.
Viele Schüler gaben an, dass sie Peer-Bewertungen als gute Lernerfahrung empfanden. Sie schätzten das Feedback, das sie von ihren Mitschülern erhielten, und fanden, dass es ihnen half, ihre Arbeiten zu verbessern. Während einige bemerkten, dass ihre Beziehungen zu Mitschülern die Notenvergabe leicht beeinflussten, glaubten sie allgemein, dass der Peer-Assessment-Prozess fair war.
Auswirkungen auf zukünftige Arbeiten
Basierend auf den Ergebnissen dieser Forschung können mehrere Vorschläge die Systeme für Peer-Assessment verbessern:
Anonymität könnte nicht notwendig sein: Die Notwendigkeit anonymer Bewertungen ist umstritten. Selbst wenn Anonymität umgesetzt wird, können immer noch Vorurteile entstehen, wenn Schüler sich kennen.
Schulung ist wichtig: Den Schülern Schulungen und Ressourcen anzubieten, bevor sie am Peer-Assessment teilnehmen, kann die Qualität und Fairness der Bewertungen verbessern. Es hilft den Schülern, die Kriterien für die Notenvergabe zu verstehen und Vertrauen in ihre Fähigkeit zu schaffen, ihre Mitschüler zu bewerten.
Zusammengefasst kann Peer-Assessment effektiv die traditionelle Notenvergabe in einem Online-Lernkontext ersetzen. Während persönliche Beziehungen die Peer-Bewertung beeinflussen können, scheint ihr insgesamt Einfluss auf die Endnoten minimal zu sein. Peer-Assessment bietet den Schülern die Möglichkeit, voneinander zu lernen, während es Flexibilität ermöglicht, die der Bildung in einer digitalen Welt zugutekommt.
Titel: Impact of Social Relationships on Peer Assessment in E-Learning
Zusammenfassung: Peer assessment has been widely studied as a replacement for traditional evaluation, not only by reducing the professors' workload but mainly by benefiting students' engagement and learning. Although several works successfully validate its accuracy and fairness, more research must be done on how students' pre-existing social relationships affect the grades they give their peers in an e-learning course. We developed a Moodle plugin to provide the platform with peer assessment capabilities in forums and used it on an MSc course. The plugin curated the reviewer set for a post based on the author's relationships and included rubrics to counter the possible interpersonal effects of peer assessment. Results confirm that peer assessment is reliable and accurate for works with at least three peer assessments, although students' grades are slightly higher. The impact of social relationships is noticeable when students who do not like another peer grade their work consistently lower than students who have a positive connection. However, this has little influence on the final aggregate peer grade. Our findings show that peer assessment can replace traditional evaluation in an e-learning environment where students are familiar with each other.
Autoren: Francisco Sousa, Tomás Alves, Sandra Gama, Joaquim Jorge, Daniel Gonçalves
Letzte Aktualisierung: 2024-07-01 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://arxiv.org/abs/2407.01077
Quell-PDF: https://arxiv.org/pdf/2407.01077
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
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