Der faszinierende Tanz des Lernens
Entdeck, wie explizites und implizites Lernen unseren Alltag prägt.
Yonatan Stern, Ophir Netzer, Danny Koren, Yair Zvilichovsky, Uri Hertz, Roy Salomon
― 6 min Lesedauer
Inhaltsverzeichnis
- Die Rolle von explizitem und implizitem Lernen
- Fälle von Abweichungen
- Blick und Aufmerksamkeit: Ein unwahrscheinliches Paar
- Der Zusammenhang zwischen Blick und Vertrauen
- Die Lernkurve: Wie wir uns verbessern
- Die Vorteile der Abweichung erkunden
- Praktische Anwendungen dieses Wissens
- Abschliessend: Die Komplexität des Lernens
- Originalquelle
- Referenz Links
Lernen ist ein faszinierender Prozess, bei dem es darum geht, wie wir Informationen sammeln und Entscheidungen basierend auf diesen Informationen treffen. Wenn wir lernen, haben wir oft zwei Systeme am Werk: eines, über das wir bewusst nachdenken, und ein anderes, das automatisch funktioniert, ohne dass wir es merken. Dieser Artikel spricht darüber, wie diese beiden Systeme zusammenarbeiten, manchmal nahtlos und manchmal auf überraschende Weise, wenn wir mit Aufgaben in unserem Alltag konfrontiert werden.
Die Rolle von explizitem und implizitem Lernen
Im Mittelpunkt dieser Diskussion stehen zwei Arten des Lernens: explizit und Implizit. Explizites Lernen ist das, wo wir wissen, was wir tun und es anderen erklären können. Zum Beispiel, wenn du gelernt hast, dass du nach links schauen solltest, bevor du die Strasse überquerst, weil die Autos aus dieser Richtung kommen, das ist explizites Lernen. Implizites Lernen hingegen geschieht automatisch, ohne dass wir bewusst darauf achten. Das ist mehr wie ein Reflex – wenn du einen Ball auf dein Gesicht zukommen siehst, reagiert dein Körper automatisch, um ihn zu meiden.
Interessanterweise arbeiten diese beiden Systeme oft zusammen. Wenn du dich darauf vorbereitest, die Strasse zu überqueren, denkst du bewusst daran, nach dem entgegenkommenden Verkehr Ausschau zu halten (explizit). Gleichzeitig weiss dein Körper instinktiv, wie er in die richtige Richtung schauen kann (implizit). Diese Einheit von bewusstem Denken und automatischer Reaktion macht das menschliche Lernen so effektiv und nahtlos.
Fälle von Abweichungen
Es gibt jedoch Zeiten, in denen diese beiden Systeme nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind. Stell dir vor, du reist in ein Land, in dem die Autos auf der anderen Strassenseite fahren. Du weisst bewusst, dass du nach rechts schauen solltest, bevor du die Strasse überquerst, aber dein Körper könnte aus Gewohnheit trotzdem nach links schauen. Das ist ein klares Beispiel dafür, wie unser implizites Lernen manchmal mit unserem expliziten Wissen in Konflikt geraten kann.
Diese Diskrepanz kann in verschiedenen Situationen auftreten und betont, wie unser Gehirn darauf ausgelegt ist, sich an unterschiedliche Umgebungen anzupassen. Der Lernprozess ist nicht fehlerfrei und kann manchmal zu Fehlern führen, insbesondere in ungewohnten Einstellungen.
Blick und Aufmerksamkeit: Ein unwahrscheinliches Paar
Eine der wesentlichen Verbindungen zwischen diesen beiden Systemen ist unser Blick und unsere Aufmerksamkeit. Wenn wir neue Dinge lernen oder Vorhersagen treffen, schauen unsere Augen oft dorthin, wo wir denken, dass etwas passieren wird. Zum Beispiel, wenn du vorhersagst, dass das Ziel auf der rechten Seite des Tisches erscheinen wird, werden deine Augen natürlich nach rechts wandern. Diese Tendenz, dahin zu schauen, wo wir erwarten, dass etwas ist, ist ein mächtiges Werkzeug, das unser Gehirn nutzt, um sich auf Aktionen vorzubereiten.
Forscher haben herausgefunden, dass unser Blick viel über unsere Erwartungen und Entscheidungen verraten kann. Die Art, wie wir auf Dinge schauen, ist nicht zufällig; sie spiegelt oft wider, was wir denken, was als Nächstes passieren wird. Wenn uns beispielsweise ein Bild gezeigt wird und wir gebeten werden, eine Wahl zu treffen, schauen wir vielleicht mehr auf die Option, von der wir glauben, dass sie korrekt ist. Dieses Verhalten ist eine Mischung aus Gedanken und Instinkt.
Der Zusammenhang zwischen Blick und Vertrauen
Aber warum ist unser Blick wichtig? Nun, er kann uns etwas über das Vertrauen verraten, das wir in unsere Vorhersagen haben. Wenn wir uns über unsere Entscheidungen sicher sind, kann unser Blick stabiler und mehr auf das Ziel fokussiert sein. Im Gegensatz dazu, wenn wir uns unsicher fühlen, schauen wir vielleicht mehr umher und wirken ein wenig verloren. Dieses natürliche Verhalten zeigt nicht nur, wo unser Fokus liegt, sondern gibt auch Einblicke, wie zuversichtlich wir uns bezüglich unserer Entscheidung fühlen.
Viele Studien haben diese Wechselwirkung zwischen Blick und Vertrauen untersucht. Eine Erkenntnis ist, dass, wenn Menschen sich sicher in ihren Entscheidungen fühlen, ihre Blickmuster eng mit ihren Vorhersagen übereinstimmen. Wenn sie denken, dass sie die richtige Wahl treffen, wird ihr Blick diese Zuversicht widerspiegeln, indem er auf das Ziel gerichtet bleibt. Andererseits kann bei Zweifeln ihr Blick umherschweifen.
Lernkurve: Wie wir uns verbessern
DieLernen ist kein gerader Weg, und es hat oft seine Höhen und Tiefen. Wenn Menschen eine Aufgabe üben, werden sie im Laufe der Zeit besser. Das nennt man die Lernkurve. Denk zum Beispiel ans Radfahren lernen. Zuerst wackelst du und fällst, aber mit Übung wirst du stabiler und sicherer in deiner Fähigkeit, aufrecht zu bleiben.
Im Kontext von explizitem und implizitem Lernen zeigt diese Kurve, wie sich beide Systeme anpassen. Nach mehreren Versuchen einer Aktivität lernen die Personen, ihre Vorhersagen zu verfeinern und ihren Blick im Einklang mit ihren Erwartungen anzupassen. Wenn eine Aufgabe gut gelernt ist, werden sowohl das explizite Denken als auch die implizite sensorimotorische Reaktion reibungsloser und besser aufeinander abgestimmt, was zu einer besseren Leistung führt.
Die Vorteile der Abweichung erkunden
Während die Konvergenz zwischen diesen beiden Systemen nützlich ist, hat auch die Abweichung ihre Vorzüge. Manchmal kann unser implizites System Optionen erkunden, selbst wenn unser expliziter Verstand auf einer bestimmten Wahl besteht. Das kann zu dem führen, was oft als „Hedging“ bezeichnet wird – wo wir uns ein wenig zurückhalten, um zu sehen, was passiert, nur um sicherzustellen, dass wir keine voreiligen Entscheidungen treffen.
Stell dir einen Koch vor, der ein neues Rezept ausprobiert. Er hat vielleicht eine klare Vorstellung davon, was er tut (explizites Wissen), aber er lässt vielleicht auch Raum für Anpassungen der Aromen, basierend darauf, was er beim Kochen schmeckt (implizites Lernen). Diese Mischung aus Sicherheit und Erkundung kann zu tieferem Lernen und besseren Ergebnissen in verschiedenen Aktivitäten führen.
Praktische Anwendungen dieses Wissens
Zu verstehen, wie diese beiden Systeme interagieren, kann in vielen Bereichen praktische Auswirkungen haben. Zum Beispiel können Lehrer in der Bildung dieses Wissen nutzen, um Lektionen zu gestalten, die nicht nur das explizite Wissen der Schüler ansprechen, sondern auch ihr implizites Lernen fördern.
Im Sport können Trainer diese Erkenntnisse nutzen, um die Leistung der Spieler zu verbessern, indem sie sie dazu bringen, ihren Instinkten zu vertrauen, während sie ihre expliziten Entscheidungsfähigkeiten schulen. Diese Kombination kann Athleten helfen, unter Druck besser abzuschneiden, wo sowohl schnelle Reflexe als auch klares Denken entscheidend sind.
Abschliessend: Die Komplexität des Lernens
Die Wechselwirkung zwischen expliziten Vorhersagen und impliziten Erwartungen ist mehr als nur eine wissenschaftliche Neugier; sie ist ein grundlegender Teil davon, wie wir lernen und uns an unsere Umgebung anpassen. Auch wenn es manchmal zu Verwirrungen kommt, die uns dazu bringen, in die falsche Richtung zu schauen oder eine falsche Vorhersage zu treffen, schaffen diese Systeme zusammen einen widerstandsfähigen und anpassungsfähigen Lernprozess.
Also, wenn du das nächste Mal etwas Neues lernst, denk daran: Dein Gehirn arbeitet hart daran, was du bewusst weisst, mit dem, was du instinktiv fühlst, zu verweben. Und vielleicht, nur vielleicht, lenkt dich dein Blick heimlich auf den richtigen Weg, selbst wenn du denkst, dass du verloren bist.
Originalquelle
Titel: Gaze reflects confidence in explicit decisions while relying on a distinct computational mechanism
Zusammenfassung: The eyes are considered a window into the mind, shedding light on the cognitive processes leading to explicit decisions. Yet, eye movements are also a distinct oculomotor decision that is the outcome of an independent cognitive system. When exploring novel environments, the convergence and divergence of gaze and explicit decisions highlights the eyes dual role. However, the computational mechanisms underlying this interplay and its contribution to adaptative behavior remains unclear. Combining virtual reality based associative learning paradigms with computational modeling across one exploratory and two pre-registered experiments (Total N = 115), we examine learning as multi-system process encompassing explicit decisions and ocular expectations. The two exhibited a partial overlap in their learning. On the one hand, participants explicit predictions about target location and their subsequent anticipatory gaze direction robustly converged, and gaze reveals the latent probability of the explicit choice. Moreover, gaze exhibited computational hallmarks of confidence, reflecting an oculomotor assessment of the explicit prediction. On the other hand, ocular and explicit decisions consistently diverged indicating an independent computation reflected in gaze. Although the two systems learn and ascribe value similarly, they utilize different decision mechanisms. Oculomotor decisions were less driven by choice consistency across trials enabling increased exploration. Under uncertainty explicit and oculomotor decisions tended to diverge, enabling a hedging of ones decision. These findings highlight how together, explicit and oculomotor systems learning enables adaptive embodied behavior. Significance StatementThe eyes often reveal additional information beyond ones explicit decision, offering a window into the mind (e.g., leading poker players to wear sunglasses). Yet, eye movements are the product of a distinct system, occasionally diverging from explicit decisions. However, what additional information is conveyed by gaze, and what leads to its occasional divergence remain unclear. Using virtual reality and computational modeling, this study demonstrates a partial overlap between the two. Generally, they robustly converge, and gaze reflects a confidence-like assessment of explicit decisions. Yet they also diverge due to distinct decision mechanisms. Their divergence enables a hedging of ones decision under uncertainty. This demonstrates a multimodal decision process, where different action systems make overlapping but independent choices.
Autoren: Yonatan Stern, Ophir Netzer, Danny Koren, Yair Zvilichovsky, Uri Hertz, Roy Salomon
Letzte Aktualisierung: 2024-12-16 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.28.610145
Quell-PDF: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.28.610145.full.pdf
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/
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