Altern und Körperbewusstsein: Veränderungen in der Wahrnehmung verstehen
Dieser Artikel untersucht, wie das Altern das Körperbewusstsein und die Sinneswahrnehmung beeinflusst.
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Inhaltsverzeichnis
- Was ist Körperbesitz?
- Altern und Körperbewusstsein
- Die Auswirkungen des Alterns auf sensorische Eingaben
- Körperbesitz messen
- Körperrepräsentation und Altern
- Faktoren, die zu Veränderungen im Körperbewusstsein beitragen
- Propriozeption und andere Faktoren bewerten
- Bedeutung für Altern und Körperbewusstsein
- Fazit
- Originalquelle
- Referenz Links
Wenn Menschen älter werden, verändern sich ihre Sinne. Dazu gehören Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen. Diese Veränderungen haben auch Auswirkungen darauf, wie gut wir uns bewegen und unser Gleichgewicht halten können. Ältere Menschen haben oft Probleme mit der Stabilität und sind eher gefährdet zu stürzen. Diese Verschiebungen beeinflussen auch, wie wir Informationen aus verschiedenen Sinnen kombinieren, um unsere Körper und unsere Umgebung zu verstehen. Dieser Artikel beleuchtet, wie das Altern unser Gefühl für den eigenen Körper und die Wahrnehmung von Grösse und Form beeinflusst.
Körperbesitz?
Was istKörperbesitz bezieht sich auf das Gefühl, dass unsere Körperteile zu uns gehören. Es hilft uns bei alltäglichen Aktivitäten wie das Greifen nach Gegenständen oder das Bewegen. Dieses Gefühl entsteht, wenn unser Gehirn Informationen aus unseren Sinnen, wie Sehen und Tasten, integriert, um ein klares Bild von unserem Körper zu schaffen. Wenn diese Integration gestört ist, kann es zu Verwirrung darüber kommen, welche Körperteile uns gehören. Wenn wir eine Gummihand sehen, die gestreichelt wird, während unsere eigene Hand versteckt ist, können wir das Gefühl haben, dass die Gummihand tatsächlich zu uns gehört. Das nennt man die Gummihandillusion. Frühere Forschungen zeigen, dass sowohl ältere als auch jüngere Erwachsene diese Illusion erleben können, aber es gibt Hinweise darauf, dass ältere Erwachsene dies möglicherweise anders verarbeiten.
Altern und Körperbewusstsein
Das Altern scheint die Erfahrung von Körperbesitz zu beeinflussen. Viele Studien haben versucht, dies zu messen, aber die Ergebnisse waren oft unterschiedlich. Einige Studien fanden heraus, dass ältere Erwachsene weniger Besitz über eine Gummihand empfinden als jüngere Erwachsene. Andere fanden keinen Unterschied. Diese Inkonsistenz macht es schwer, klare Schlussfolgerungen zu ziehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, wie ältere Erwachsene ihre eigenen Körpermasse wahrnehmen. Forschung zeigt, dass ältere Erwachsene denken, ihre Arme seien kürzer, als jüngere Erwachsene dies bei ihren Armen wahrnehmen. Allerdings verstehen wir die Gründe für diese Wahrnehmungsänderungen noch nicht vollständig.
Die Auswirkungen des Alterns auf sensorische Eingaben
Um diese Probleme besser zu verstehen, führten Forscher Experimente durch, um zu beurteilen, wie ältere Erwachsene Körperbesitz und Körpergrösse bei Greifaufgaben wahrnehmen. Sie verwendeten ein Virtual-Reality-Setup, das es den Teilnehmern ermöglichte, eine virtuelle Hand zu sehen, während sie mit ihrer echten Hand nach Zielen griffen. In einigen Versuchen stimmte die Position der virtuellen Hand nicht mit der Position ihrer echten Hand überein, was eine Diskrepanz erzeugte.
Ältere Erwachsene neigten dazu, stärker auf visuelle Informationen zu vertrauen, selbst wenn diese mit propriozeptiven (Körperposition) Informationen in Konflikt standen. Das bedeutet, dass ältere Erwachsene, wenn es eine Diskrepanz zwischen den visuellen und propriozeptiven Hinweisen gab, eher der virtuellen Hand folgten als jüngere Erwachsene. Sie berichteten, dass sie das Gefühl hatten, die virtuelle Hand gehöre mehr zu ihnen als jüngeren Teilnehmern.
Körperbesitz messen
Um Körperbesitz effektiver zu untersuchen, verwendeten die Forscher eine Aufgabe namens visuelle propriozeptive Diskrepanz (VPD) Aufgabe. In dieser Aufgabe griffen die Teilnehmer nach Zielen, während ihre echte Hand aus dem Blickfeld verborgen war. Sie sahen eine virtuelle Hand in verschiedenen Positionen – manchmal stimmte sie mit ihrer echten Hand überein, manchmal nicht. Nach jedem Versuch bewerteten die Teilnehmer, wie sehr sie das Gefühl hatten, die virtuelle Hand gehöre zu ihnen.
Die Ergebnisse zeigten, dass ältere Erwachsene ein höheres Gefühl von Besitz über die virtuelle Hand in allen Versuchsbedingungen berichteten im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen. Ihre Greifbewegungen tendierten auch dazu, näher an der Position der virtuellen Hand als an ihrer echten Hand zu sein.
Körperrepräsentation und Altern
Ein weiterer untersuchter Faktor war die metrische Körperrepräsentation (mBR), die beschreibt, wie wir die Grösse und Form unserer Körperteile wahrnehmen. Diese Studie fand heraus, dass ältere Erwachsene oft ihre Armlängen im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen unterschätzen. Diese Unterschätzung ist wichtig, da sie ihre motorischen Funktionen beeinflussen kann, was sich auf ihre Fähigkeit auswirkt, genau zu greifen.
In Experimenten zur Wahrnehmung der Armlänge nahmen ältere Erwachsene ihre Arme konsequent kürzer wahr als jüngere Erwachsene. Dieser Effekt scheint mit dem Altern verbunden zu sein, da altersbedingte Rückgänge im sensorischen System beeinflussen, wie wir unsere eigenen Körper wahrnehmen.
Faktoren, die zu Veränderungen im Körperbewusstsein beitragen
Mehrere Faktoren tragen zu den Veränderungen im Körperbewusstsein bei älteren Erwachsenen bei. Besonders wichtig ist die Propriozeption – das Gefühl, wo sich unsere Körperteile befinden, ohne sie ansehen zu müssen. Die Studie fand heraus, dass ältere Erwachsene eine höhere Variabilität in der propriozeptiven Genauigkeit hatten, was bedeutet, dass sie weniger zuverlässig waren, wenn es darum ging, die Position ihrer Gliedmassen zu bestimmen.
Die reduzierte propriozeptive Genauigkeit führte dazu, dass sie stärker auf visuelle Hinweise angewiesen waren. Je mehr ältere Erwachsene mit der Propriozeption zu kämpfen hatten, desto mehr erlebten sie Besitz über die virtuelle Hand. Dieses Phänomen verdeutlicht das komplexe Zusammenspiel zwischen verschiedenen Sinnesmodalitäten, die das Körperbewusstsein formen.
Propriozeption und andere Faktoren bewerten
Um zu verstehen, was Veränderungen in der Körperwahrnehmung antreibt, bewerteten die Forscher die sensorischen und motorischen Funktionen älterer Erwachsenen. Sie massen die propriozeptive Fähigkeit durch Aufgaben, bei denen die Teilnehmer Körperteile lokalisieren mussten, während sie sie nicht sehen konnten. Ausserdem schauten sie sich die körperlichen Aktivitätsniveaus und kognitive Funktionen wie Gedächtnis an.
Die Ergebnisse deuteten auf eine Kombination von Faktoren hin, die die Körperwahrnehmung beeinflussen, einschliesslich:
Propriozeption: Ältere Erwachsene zeigten weniger präzise propriozeptive Urteile, was zu ihrem wahrgenommenen Besitz und Grössenverzerrung beitrug.
Motorische Fähigkeiten: Die physische Leistung, wie Griffstärke und Gehgeschwindigkeit, korrelierte damit, wie gut ältere Erwachsene ihre Körpermasse wahrnehmen konnten.
Kognitive Faktoren: Fähigkeiten im Arbeitsgedächtnis schienen eine Rolle dabei zu spielen, wie genau ältere Erwachsene ihre Körperrepräsentationen basierend auf neuen sensorischen Informationen aktualisieren konnten.
Die Forscher fanden heraus, dass all diese Faktoren zusammenwirkten, wobei sensorimotorische Fähigkeiten entscheidend für sowohl Körperbesitz als auch metrische Repräsentation waren.
Bedeutung für Altern und Körperbewusstsein
Zu verstehen, wie das Altern das Körperbewusstsein beeinflusst, kann bedeutende Auswirkungen auf die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen haben. Es könnte Strategien informieren, um älteren Erwachsenen zu helfen, ihre Unabhängigkeit zu bewahren und ihr Sturzrisiko zu verringern. Indem wir den Rückgang der sensorischen Verarbeitung und motorischen Funktionen erkennen, können wir spezifische Rehabilitationstechniken erforschen.
Zum Beispiel könnten Übungen zur Verbesserung der Propriozeption helfen, das Körperbewusstsein zu stärken. Ebenso könnte Technologie, die Feedback zu Bewegungen gibt, das Vertrauen in die physischen Fähigkeiten verbessern. Zusätzlich könnte kognitive Schulung älteren Erwachsenen helfen, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsfähigkeiten zu erhalten, die notwendig sind, um ihr Verständnis für ihre Körper zu aktualisieren.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Altern merkliche Veränderungen in der Wahrnehmung unseres Körpers mit sich bringt. Ältere Erwachsene können ein erhöhtes Gefühl von Besitz über ihre virtuellen Hände erleben, was auf eine Abhängigkeit von visuellen Informationen hinweist, wenn die propriozeptiven Eingaben beeinträchtigt sind. Zudem unterschätzen viele ältere Erwachsene ihre Körpermasse, was auf einen Rückgang der sensorischen Verarbeitung und motorischen Funktionen hinweist.
Durch das Studium des Körperbewusstseins bei älteren Erwachsenen können Forscher die komplexen Wechselwirkungen zwischen sensorischen Informationen, kognitiven Fähigkeiten und motorischer Leistung besser verstehen. Diese Arbeiten beleuchten nicht nur die Auswirkungen des Alterns, sondern weisen auch auf potenzielle Interventionen hin, um das Körperbewusstsein und die funktionalen Fähigkeiten bei älteren Menschen zu verbessern, sodass sie ein erfüllteres und aktiveres Leben führen können.
Titel: Proprioception Impacts Body Perception in Healthy Aging: Insights from a Psychophysical and Computational Approach
Zusammenfassung: The experience of owning a body (body ownership, BO) and the perception of our body dimensions (metric body representation, mBR) depend on the integration of multisensory cues. As the human sensory system is subjected to a decline along the lifespan, encompassing all sensory modalities, we hypothesize that body perception may be different in older, as compared to young adults. Here, we investigate this hypothesis by comparing the multisensory processing underlying BO and mBR in healthy older (> 65 years) and young individuals. First, we applied rigorous computational and psychophysical methods to assess alterations in mBR and BO quantitatively. We then modeled the manifold relationship between the observed body misperceptions and the potential underlying sensory, motor, and cognitive factors. The results highlight significant differences between the two groups, with higher distortions in perceived arm dimensions and an increased tendency to experience BO towards a virtual hand in the aged group. These differences in both mBR and BO are explained by the reduced proprioceptive abilities of older adults, suggesting a crucial role of proprioception in driving age-dependent plasticity in body representations. Overall, our modeling and experimental approach provide new perspectives on altered body perception during aging, suggesting that they stem from the physiological proprioceptive decline occurring in older adults, and laying the groundwork to generate prevention and stimulation strategies to restore accurate body perception in aging.
Autoren: Michela Bassolino, G. Risso, M. Bieri, T. Bertoni, G. Mastria, L. Allet, A. Serino
Letzte Aktualisierung: 2024-07-24 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.07.23.604821
Quell-PDF: https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.07.23.604821.full.pdf
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/
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