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# Gesundheitswissenschaften# Genetische und genomische Medizin

Genetische Verbindungen zwischen Gehirnfunktion und Störungen

Forschung untersucht genetische Faktoren, die Gehirneigenschaften und -störungen in verschiedenen Zelltypen beeinflussen.

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Inhaltsverzeichnis

Jüngste Forschungen haben sich darauf konzentriert, die genetischen Faktoren zu verstehen, die das menschliche Gehirn beeinflussen, insbesondere im Hinblick auf komplexe Merkmale und Störungen. Ein wichtiger Forschungsbereich ist die Identifizierung genetischer Varianten, die mit Gehirnfunktionen und -krankheiten verbunden sind. Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) haben Licht auf Tausende von genetischen Varianten geworfen, die mit Gehirnmerkmalen in Verbindung stehen, von denen viele in nicht-codierenden Regionen unserer DNA zu finden sind. Obwohl diese Studien signifikante genetische Assoziationen hervorgehoben haben, bleibt es eine Herausforderung zu verstehen, wie diese Varianten tatsächlich die Genexpression beeinflussen.

Um dem entgegenzuwirken, nutzen Wissenschaftler Werkzeuge, die als expressionsquantitative Trait-Loci (EQTLs) bezeichnet werden. Diese Werkzeuge helfen, spezifische genetische Varianten mit den Expressionsniveaus von Genen zu verbinden, was es einfacher macht, die Ergebnisse von GWAS zu interpretieren. Eine signifikante Überlappung zwischen den GWAS-Ergebnissen und eQTLs deutet darauf hin, dass einige dieser genetischen Varianten das Risiko für Gehirnerkrankungen erhöhen könnten, indem sie beeinflussen, wie Gene exprimiert werden. Durch die Kombination von Ergebnissen aus eQTLs und GWAS können Forscher Gene identifizieren, die eine Rolle bei verschiedenen gehirnbezogenen Merkmalen spielen könnten und potenziell Zielstrukturen für neue Medikamente darstellen.

Die Rolle von Zelltypen in der Gehirnforschung

Traditionell konzentrierten sich Studien, die nach kausalen Genen suchten, auf Daten aus Bulkgeweben, was bedeutet, dass sie die Genexpression über viele verschiedene Zellen hinweg durchschnittlich ermittelten. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass die Analyse von eQTLs auf der Ebene spezifischer Zelltypen mehr darüber verraten kann, wie Gene Gehirnfunktionen und -erkrankungen beeinflussen. Zelltypspezifische eQTLs haben sich als stärker in ihrer Wirkung auf die Genexpression erwiesen als die, die in Bulkgeweben gefunden wurden.

Verschiedene Studien haben begonnen zu untersuchen, wie genetische Kontrollen sich zwischen Zelltypen unterscheiden, insbesondere im Kontext von Gehirnerkrankungen. Forschung hat gezeigt, dass viele genetische Varianten, die mit Alzheimer in Verbindung stehen, die Genexpression in Mikroglia, einer Art von Gehirnzelle, beeinflussen. Im Vergleich dazu zeigt Schizophrenie eine vielfältigere genetische Architektur, in der mehrere Zelltypen beteiligt sind.

Trotz dieser Fortschritte ist unser Verständnis darüber, wie genetische Varianten zu Gehirnmerkmalen auf der Ebene einzelner Zelltypen beitragen, noch begrenzt. Diese Wissenslücke hat Forscher dazu gedrängt, kausale Gene genauer auf zellspezifische Weise zu betrachten, mit dem Ziel, Einblicke in die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen zu gewinnen, die zu neuen therapeutischen Ansätzen führen könnten.

Verbindung von Gehirnbildgebung und Störungen

Forschungen haben auch starke genetische Verbindungen zwischen gehirnbildgebungsabgeleiteten Merkmalen und verschiedenen Störungen und Verhaltensweisen aufgezeigt. Hohe genetische Korrelationen deuten darauf hin, dass komplexe Merkmale, wie sie durch Gehirnscans gemessen werden, eng mit Gehirnerkrankungen verwoben sind. Dies hat zur Identifizierung von Genen geführt, die Gehirnbildgebungsmerkmale mit psychiatrischen und neurologischen Störungen verbinden.

Zum Beispiel wurde das Gen AKT3 sowohl mit der Gehirnoberfläche als auch mit der Major Depression in Verbindung gebracht, was zeigt, dass bestimmte Gene mehrere Aspekte der Gehirnfunktion beeinflussen können. Ähnlich wurde das Gen DIP2B sowohl mit Schizophrenie als auch mit Veränderungen in der Gehirnstruktur verknüpft.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass gemeinsame genetische Mechanismen auf Zellebene eine Rolle dabei spielen könnten, Gehirnstrukturen mit Erkrankungen zu verknüpfen, und sie deuten auf potenzielle Wege hin, die für Behandlungen gezielt werden könnten.

Ziele der Studie

Die Studie hatte zum Ziel, systematisch kausale Gene zu identifizieren, die sowohl die Gehirnstruktur als auch damit verbundene Störungen auf zellspezifische Weise beeinflussen könnten. Die Forscher nutzten aktuelle eQTL-Daten aus verschiedenen Gehirnzelltypen sowie Ergebnisse aus gross angelegten GWAS zu sowohl verhaltens- als auch kognitiven Merkmalen als auch psychiatrischen und neurologischen Störungen. Die Analyse verwendete einen Mendelschen Randomisierungsrahmen (MR), der es ermöglicht, kausale Beziehungen basierend auf genetischen Varianten abzuleiten.

Durch diese Methoden versuchten die Forscher, nicht nur die Assoziationen zwischen Genen und Merkmalen zu bestimmen, sondern auch, wie sich diese Beziehungen über verschiedene Zelltypen manifestieren. Das letztendliche Ziel war es, das komplexe Zusammenspiel zwischen genetischen Faktoren, Gehirnstruktur und Störungen zu beleuchten.

Methodologie Überblick

Um kausale Beziehungen zwischen der Genexpression und gehirnbezogenen Merkmalen zu verstehen, führten die Forscher eine Zwei-Stichproben-MR-Analyse mit Zusammenfassungsstatistiken aus GWAS für verschiedene Störungen und bildgebungsbasierte Phänotypen durch. Die Analyse umfasste mehrere Gehirnzelltypen, wie Astrozyten und Neuronen, was ein nuancierteres Verständnis darüber ermöglichte, wie Gene Gehirnmerkmale beeinflussen.

Die Ergebnisse wiesen auf eine signifikante Überlappung kausaler Gene über verschiedene Merkmale hinweg hin. Die Forscher fanden zahlreiche eGene, die potenziell mit gehirnbildgebungsbezogenen Merkmalen und Störungen verknüpft sind, was auf einen Bedarf an weiterer Erkundung hinweist, wie diese genetischen Faktoren innerhalb bestimmter Zelltypen interagieren.

Wichtige Ergebnisse zu kausalen Genen

Kausale Gene für bildgebungsbasierte Phänotypen

Die Studie identifizierte zahlreiche kausale Gene, die möglicherweise die von der Gehirnbildgebung abgeleiteten Merkmale beeinflussen könnten. Insbesondere beobachteten die Forscher 254 eGene, die potenziell 112 Bildgebungsmerkmale über acht Zelltypen hinweg beeinflussen könnten. Die meisten dieser Assoziationen waren spezifisch für einzelne Zelltypen, wobei eine bemerkenswerte Anzahl kausaler Gene mit Merkmalen der weissen Substanzmikrostruktur verbunden war.

In diesem Kontext waren eGene besonders in Gliazellen wie Oligodendrozyten und Astrozyten konzentriert, was darauf hindeutet, dass diese Zelltypen eine bedeutende Rolle bei der Gestaltung der Gehirnstruktur spielen.

Kausale Gene für Störungen und Verhaltensweisen

Ähnliche Muster traten im Kontext von Gehirnerkrankungen auf, wo die Forscher 217 eGene identifizierten, die möglicherweise verschiedene psychiatrische und neurologische Erkrankungen beeinflussen könnten. Die Ergebnisse unterstützten die vorherige Literatur, die eine starke Zelltypspezifität unter den betroffenen Genen anzeigt.

Bemerkenswerterweise wiesen exzitatorische Neuronen die höchste Anzahl kausaler Gene auf, die mit Themen wie Schizophrenie in Verbindung standen, während inhibitorische Neuronen ebenfalls eine Rolle spielten, aber in geringerem Masse. Diese Unterscheidung betont die einzigartigen Beiträge, die einzelne Zelltypen zur genetischen Architektur von Gehirnerkrankungen leisten.

Pleiotropie und geteilte kausale Gene

Ein zentraler Aspekt der Studie war die Untersuchung von Pleiotropie - der Idee, dass ein Gen mehrere Merkmale beeinflussen kann. Die Forscher fanden eine erhebliche Überlappung zwischen kausalen Genen, die verschiedene Merkmale verbanden. Dies deutet darauf hin, dass bestimmte Gene grundlegend sein könnten, um verschiedene Aspekte der Gehirnfunktion und -erkrankungen zu regulieren.

Zum Beispiel wiesen mehrere eGene, die als potenziell kausal sowohl für Bildgebungsmerkmale als auch für Störungen identifiziert wurden, eine signifikante Anreicherung in Wegen auf, die mit Gedächtnis, Kognition und Neurotransmitterregulation zusammenhängen. Dies deutet auf eine gemeinsame genetische Basis hin, die mehrere Merkmale durch spezifische Zelltypen beeinflusst.

Expressionsmuster von kausalen Genen

Die Forscher untersuchten auch die Expressionsmuster dieser kausalen Gene in verschiedenen Zelltypen während verschiedener Phasen der Gehirnentwicklung. Sie stellten fest, dass die Expressionsniveaus zwischen Neuronen und Gliazellen variieren, je nachdem, ob der Fokus auf Störungen oder bildgebungsbasierten Merkmalen lag.

Diese Ergebnisse lieferten Einblicke, wie sich die Genexpression über die Zeit verändert, was weitere Klarheit über die Rolle dieser Gene bei Gehirnerkrankungen und kognitiven Funktionen bringen könnte. Beispielsweise könnte eine erhöhte Expression bestimmter Gene in Gliazellen mit strukturellen Veränderungen des Gehirns über das Lebensalter korrelieren.

Verständnis kausaler Routen

Ein innovativer Aspekt der Studie war das Nachverfolgen der potenziellen kausalen Routen, die eGenes, bildgebungsbasierte Merkmale und Störungen verbinden. Die Forscher konstruierten Wege, die zeigten, wie spezifische eGenes sowohl die Bildgebungsmerkmale als auch Störungen über die Zeit beeinflussen könnten. Zum Beispiel wurde die Expression des Gens ICA1L in exzitatorischen Neuronen mit Veränderungen in der Mikrostruktur des anterioren Corona radiata verknüpft, was letztendlich das Risiko der Entwicklung von Multipler Sklerose beeinflusste.

Diese kausalen Routen verdeutlichen die Komplexität genetischer Einflüsse auf die Gehirnstruktur und -funktion und bieten einen integrierteren Blick darauf, wie genetische Risikofaktoren wirken.

Fazit und zukünftige Richtungen

Die Ergebnisse dieser Forschung unterstreichen die komplexen Verbindungen zwischen genetischen Varianten, Zelltypen, Gehirnstruktur und Störungen. Durch die systematische Erforschung kausaler Gene und ihrer spezifischen Auswirkungen auf Zelltypen erweitert die Studie unser Verständnis der genetischen Grundlagen gehirnbezogener Merkmale.

In Zukunft können die Forscher auf dieser Arbeit aufbauen, indem sie vielfältigere Datensätze untersuchen und ihre Methoden verfeinern, um genauere kausale Schlussfolgerungen zu ziehen. Solche Fortschritte könnten zu besser gezielten Therapien und Interventionen für Gehirnstörungen führen und die Bedeutung genetischer Forschung in der Neurowissenschaft hervorheben.

Originalquelle

Titel: Deciphering causal relationships between cell type-specific genetic factors and brain imaging-derived phenotypes and disorders

Zusammenfassung: The integration of expression quantitative trait loci (eQTLs) and genome-wide association study (GWAS) findings to identify causal genes aids in elucidating the biological mechanisms and the discovery of potential drug targets underlying complex traits. This can be achieved by Mendelian randomization (MR), but to date, most MR studies investigating the contribution of genes to brain phenotypes have been conducted on heterogeneous brain tissues and not on specific cell types, thus limiting our knowledge at the cellular level. In this study, we employ a MR framework to infer cell type-specific causal relationships between gene expression and brain-associated complex traits, using eQTL data from eight cell types and large-scale GWASs of 123 imaging-derived phenotypes (IDPs) and 26 brain disorders and behaviors (DBs). Our analysis constructs a cell type-specific causal gene atlas for IDPs and DBs, which include 254 and 217 potential causal cell type-specific eQTL target genes (eGenes) for IDPs and DBs, respectively. The identified results exhibit high cell type specificity, with over 90% of gene-IDP and 80% of gene-DB associations being unique to a single cell type. We highlight shared cell type-specific patterns between IDPs and DBs, characterize the putative causal pathways among cell type-specific causal eGenes, DBs and IDPs, and reveal the spatiotemporal expression patterns of these cell type-specific causal eGenes. We also demonstrate that cell type-specific causal eGenes can characterize the associations between IDPs and DBs. In summary, our study provides novel insights into the genetic foundations at the cellular level that influence brain structures, disorders and behaviors, which reveals important implications for therapeutic targets and brain health management.

Autoren: Anyi Yang, Xingzhong Zhao, Yucheng T. Yang, Xing-Ming Zhao

Letzte Aktualisierung: 2024-08-31 00:00:00

Sprache: English

Quell-URL: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2024.08.30.24312836

Quell-PDF: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2024.08.30.24312836.full.pdf

Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/

Änderungen: Diese Zusammenfassung wurde mit Unterstützung von AI erstellt und kann Ungenauigkeiten enthalten. Genaue Informationen entnehmen Sie bitte den hier verlinkten Originaldokumenten.

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