Integration von gewohnheitsmässigem und zielgerichtetem Verhalten in KI
Ein neues Framework verbindet schnelle Gewohnheiten mit durchdachten Zielen für smarteres KI-Verhalten.
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Inhaltsverzeichnis
Effizient und flexibel zu handeln ist wichtig für Lebewesen und künstliche Intelligenz (KI). Es gibt zwei Hauptarten zu handeln: gewohnheitsmässiges Verhalten und Zielgerichtetes Verhalten. Gewohnheitsmässiges Verhalten läuft schnell und automatisch ab, kann aber auch starr sein. Zielgerichtetes Verhalten hingegen braucht mehr Zeit, erlaubt dafür Anpassungen und Flexibilität. In diesem Papier wird untersucht, wie diese beiden Verhaltensarten in einem neuen, auf statistischen Ideen basierenden Rahmen zusammenarbeiten können.
Gewohnheitsmässiges und zielgerichtetes Verhalten verstehen
Gewohnheitsmässiges Verhalten dreht sich um schnelle Aktionen, die Belohnungen maximieren, ohne viel nachzudenken. Wenn jemand nach Essen sucht oder Gefahr vermeidet, macht er das automatisch. Dieses Verhalten basiert auf Erfahrungen und erfordert kein tiefes Nachdenken oder Planen.
Im Gegensatz dazu beinhaltet zielgerichtetes Verhalten, Entscheidungen zu treffen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Diese Aktionen brauchen mehr Zeit und Überlegung. Wenn jemand zum Beispiel zu einem bestimmten Ort gelangen will, denkt er darüber nach, wie er am besten dorthin kommt. Im Gegensatz zum gewohnheitsmässigen Verhalten hängt zielgerichtetes Handeln von einem klaren Verständnis der Situation ab und erfordert bewusste Planung.
Traditionell haben Wissenschaftler diese beiden Verhaltensweisen als separate Systeme im Gehirn betrachtet. Unser neuer Ansatz kombiniert sie jedoch in einem Rahmen, der Flexibilität in den Handlungen ermöglicht. Dieser Rahmen nutzt ein Modell, das beide Verhaltensarten einbezieht und einen Weg bietet, wie sie sich gegenseitig unterstützen können.
Der Rahmen
Wir haben ein neues Modell entwickelt, das auf bayesianischen Prinzipien basiert. Dieses Modell führt ein Konzept namens "Intention" ein, eine verborgene Variable, die sich je nach Situation ändert. Der Rahmen erlaubt es dem gewohnheitsmässigen Verhalten, sich auf ein allgemeines Verständnis der Intention zu verlassen, während das zielgerichtete Verhalten durch spezifischere Ziele geprägt ist.
Im Grunde entsteht gewohnheitsmässiges Verhalten aus einer Reihe von Überzeugungen, die keine speziellen Ziele berücksichtigen. Währenddessen wird das zielgerichtete Verhalten durch ein detaillierteres Verständnis dessen, was erreicht werden muss, geformt. Dadurch können beide Verhaltensweisen Fähigkeiten und Wissen teilen, was zu effektiveren Handlungen führt.
Unser Modell hebt auch hervor, dass gewohnheitsmässige und zielgerichtete Verhaltensweisen nicht getrennt sein müssen. Sie können zusammenarbeiten, um die Effizienz und Effektivität der Handlungen zu verbessern. In den folgenden Abschnitten werden wir untersuchen, wie dieser Rahmen durch simulierte Experimente funktioniert.
Simulierte Experimente
Um unseren Rahmen besser zu verstehen, haben wir Experimente mit einem Roboteragenten durchgeführt. Dieser Agent lernt, wie er sich in verschiedenen Szenarien durch Ausprobieren und Fehlern verhalten kann. Unser Ziel war es zu sehen, wie gut der Agent effektives gewohnheitsmässiges Verhalten entwickeln kann, bevor er zu zielgerichteten Aktionen übergeht.
Die Experimente fanden in einem virtuellen T-Maze statt. In diesem Setting musste der Agent zwischen zwei Ausgängen wählen, während er von einem Feind verfolgt wurde. Sein Ziel war es, so schnell wie möglich zu entkommen. Der Agent erhält Belohnungen für das erfolgreiche Verlassen und Strafen für das Anstossen an Wände.
Durch das Lernen beobachteten wir, dass der Agent vielfältige und effektive gewohnheitsmässige Verhaltensweisen entwickelte. Er konnte nach ausreichendem Training von jedem Ausgang flüchten, ohne Wände zu treffen. Die Entscheidungen des Agenten hingen von Zufälligkeiten und Variationen seiner Intentionen ab, was zu unterschiedlichen Entscheidungen jedes Mal führte.
Lernen durch Erfahrung
Der Agent lernte durch eine Kombination aus Verstärkungslernen und den Prinzipien zur Minimierung von Unsicherheiten. Er konnte gewohnheitsmässige Verhaltensweisen entwickeln, indem er frühere Erfahrungen mit aktuellen Beobachtungen kombinierte. Mit diesem Lernansatz verbesserte der Agent schrittweise seine Fähigkeiten und wurde effektiver im Navigieren durch das Labyrinth.
Der Lernprozess zeigte auch interessante Muster. Die internen Darstellungen des Agenten zeigten, wie er zwischen verschiedenen Verhaltensstrategien basierend auf seinen Erfahrungen wechseln konnte. Durch Visualisierung konnten wir die Verzweigungen seines Entscheidungsprozesses sehen, die von Zufälligkeiten in seinen Intentionen beeinflusst wurden.
Während der Agent lernte, analysierten wir, wie wichtig verschiedene Komponenten unseres Rahmens für die Entwicklung effektiver gewohnheitsmässiger Verhaltensweisen waren. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass spezifische Elemente entscheidend für die Sicherstellung der vielfältigen und effizienten Leistung des Agenten waren.
Wechsel zum zielgerichteten Verhalten
Sobald der Agent ein solides Set an gewohnheitsmässigen Verhaltensweisen aufgebaut hatte, richteten wir den Fokus auf zielgerichtete Aktionen. Der Rahmen erlaubte es dem Agenten, nahtlos vom gewohnheitsmässigen Verhalten zum Planen spezifischer Ziele überzugehen, ohne zusätzliche Schulung zu benötigen.
Dieser Prozess basierte auf den prädiktiven Fähigkeiten des Agenten. Durch das Treffen von Vorhersagen über zukünftige Beobachtungen basierend auf seinen Intentionen konnte der Agent die notwendigen Aktionen ableiten, um seine Ziele zu erreichen. Diese Methode, bekannt als aktive Inferenz, ermöglichte es dem Agenten, zu planen, ohne explizit für jedes spezifische Ziel trainiert zu werden.
Die Experimente zeigten, dass der Agent sein Verhalten basierend auf den gegebenen Zielen anpassen konnte. Wenn das Ziel beispielsweise war, eine bestimmte Farbe in der Umgebung zu beobachten, konnte der Agent erfolgreich zu diesem Ort navigieren, während er andere Ablenkungen umging.
Flexibilität der Ziele
Einer der bedeutendsten Aspekte unseres Rahmens ist die Flexibilität in Bezug auf Ziele. Im Gegensatz zu traditionellen Modellen, die spezifische Ziele während der Schulung erforderten, ermöglichte unser Rahmen dem Agenten, zielgerichtetes Verhalten ohne vorherige Erfahrung mit diesen Zielen zu zeigen.
Diese Flexibilität bedeutete, dass der Agent in Echtzeit auf verschiedene Ziele reagieren konnte und sein Verhalten je nach Situation anpassen konnte. Der Agent konnte bestimmte Orte erreichen oder bestimmte Farben vermeiden, unabhängig von der vorherigen Schulung. Diese Anpassungsfähigkeit hebt die Stärken unseres neuen Rahmens hervor.
Wissensübertragung
Interessanterweise bietet unser Rahmen Einblicke, wie gewohnheitsmässige Verhaltensweisen auf zielgerichtete Aktionen übertragen werden können. Wenn ein Agent Fähigkeiten durch gewohnheitsmässiges Lernen entwickelt, können diese Fähigkeiten als Grundlage dienen, um neue Ziele zu erreichen.
Dieser Prozess entspricht dem, wie Menschen dazu neigen, ihre Gewohnheiten an neue Situationen anzupassen. Wenn Menschen beispielsweise das Fahren lernen, sind sie anfangs bewusst über ihre Entscheidungen, aber mit der Zeit werden diese Handlungen gewohnheitsmässig. Ähnlich zeigt unser Rahmen, dass ein Agent, der mehrere Strategien gelernt hat, diese Fähigkeiten effizient für verschiedene Zwecke nutzen kann.
Auswirkungen auf das Verständnis von Verhalten
Die Ergebnisse unserer Experimente werfen Licht auf wichtige Fragen in der Kognitionswissenschaft. Sie bieten ein besseres Verständnis dafür, wie vielfältiges und effektives gewohnheitsmässiges Verhalten entwickelt werden kann und wie man die Kluft zwischen gewohnheitsmässigen und zielgerichteten Aktionen überbrücken kann.
Die Erkenntnisse aus unserer Arbeit legen nahe, dass es wichtig ist, beide Arten von Verhalten in einem einheitlichen Rahmen zu betrachten. Das stellt sicher, dass wir beobachten können, wie sie Fähigkeiten und Wissen teilen können, was zu effektiveren Handlungen führt.
Fazit
Zusammenfassend bietet unser neuer Rahmen eine integrierte Sicht auf gewohnheitsmässiges und zielgerichtetes Verhalten. Indem wir diese beiden Handlungsarten kombinieren, präsentieren wir ein Modell, das Flexibilität und Effizienz in der Entscheidungsfindung verbessert. Dieser Rahmen gilt nicht nur für KI, sondern bietet auch Einblicke in kognitive Prozesse bei Lebewesen.
Während wir diesen Bereich weiter erkunden, könnte zukünftige Forschung darauf abzielen, den Rahmen zu verfeinern, um komplexere Szenarien abzudecken und die tieferliegenden Mechanismen im Verhalten von Menschen und Tieren besser zu verstehen. Das Potenzial für Wachstum in diesem Bereich ist signifikant und unterstreicht die Notwendigkeit einer fortgesetzten Untersuchung des Zusammenwirkens zwischen verschiedenen Arten von Handlungen und Entscheidungsprozessen.
Titel: Habits and goals in synergy: a variational Bayesian framework for behavior
Zusammenfassung: How to behave efficiently and flexibly is a central problem for understanding biological agents and creating intelligent embodied AI. It has been well known that behavior can be classified as two types: reward-maximizing habitual behavior, which is fast while inflexible; and goal-directed behavior, which is flexible while slow. Conventionally, habitual and goal-directed behaviors are considered handled by two distinct systems in the brain. Here, we propose to bridge the gap between the two behaviors, drawing on the principles of variational Bayesian theory. We incorporate both behaviors in one framework by introducing a Bayesian latent variable called "intention". The habitual behavior is generated by using prior distribution of intention, which is goal-less; and the goal-directed behavior is generated by the posterior distribution of intention, which is conditioned on the goal. Building on this idea, we present a novel Bayesian framework for modeling behaviors. Our proposed framework enables skill sharing between the two kinds of behaviors, and by leveraging the idea of predictive coding, it enables an agent to seamlessly generalize from habitual to goal-directed behavior without requiring additional training. The proposed framework suggests a fresh perspective for cognitive science and embodied AI, highlighting the potential for greater integration between habitual and goal-directed behaviors.
Autoren: Dongqi Han, Kenji Doya, Dongsheng Li, Jun Tani
Letzte Aktualisierung: 2023-04-11 00:00:00
Sprache: English
Quell-URL: https://arxiv.org/abs/2304.05008
Quell-PDF: https://arxiv.org/pdf/2304.05008
Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
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